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Veröffentlichung online am 10.01.2023 um 12:11:11 Uhr, zuletzt geändert am 10.01.2023 um 12:13:50 Uhr

Nach Weihnachtsfeier im Landgasthof verschwunden – bis heute spurlos

Im Fall des vermissten Heinrich Weber aus Sibbesse hat die Polizei auf Nachfrage Details bekannt gegeben / Portemonnaie mit Papieren des 42-Jährigen gefunden

Vielfach in den sozialen Medien geteilt: ein Foto und die Beschreibung des Vermissten aus Sibbesse. Foto: Jan Fuhrhop

Von Kathi Flau

Sibbesse. Seitdem blieb die Fahndung nach Heinrich Weber ohne Erfolg. Deshalb sucht die Polizei weitere Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben. Bekannt ist, dass der Vermisste am 27. November mit einer Fahrgemeinschaft zu einer Weihnachtsfeier im Landgasthof Schulze-Klingemann in Richtung Bad Gandersheim aufbrach. Während aber die Gruppe bereits gegen 14 Uhr zum Essen eintraf, sei Heinrich Weber erst im Laufe des Nachmittags dazugestoßen, wie der Wirt des Gasthofes sagt. Er erinnert sich ebenso, dass die Gruppe gegen 21 Uhr gemeinsam aufbrechen wollte, der 42-Jährige das Angebot der anderen, ihn mitzunehmen, aber abgelehnt habe. Er habe geäußert, in eine andere Richtung zu wollen.

Bruder meldet Weber als vermisst

Dann, das belegen Erkenntnisse der Polizei, entfernte er sich tatsächlich zu Fuß vom Gasthaus – „in eine unbekannte Richtung“, wie Sprecherin Kristin Möller mitteilt. „Eine Ortung des mitgeführten Mobiltelefons ergab als letzten Standort einen Bereich nahe Dankelsheim.“ In den Tagen nach seinem Verschwinden, das der Bruder des Vermissten anzeigte, war nach Angaben der Polizei weder sein Handy in Benutzung noch waren Bewegungen auf seinem Bankkonto zu verzeichnen.

Allerdings teilt die Polizei weiterhin mit, „dass Herr Weber eine Geldbörse mit Dokumenten mit sich führte, welche später im Bereich Altgandersheim auf einem Feldweg in Richtung Gehrenrode gefunden wurde“.

Die Beamten setzten auf der Suche nach ihm unter anderem einen Mantrailer-Hund ein, der, so heißt es, „eine Spur fand, welche sich auf den nördlichen und östlichen Bereich in Altgandersheim beschränkte“. Nun wurden zusätzlich Flächenspürhunde und Polizeibeamte der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen eingesetzt, zudem Drohnen mit Wärmebildkameras.

„Gefährdungslage besteht weiterhin“

Doch ohne Ergebnis. Dennoch: Die Suche laufe weiter, so die Polizei. „Die Gefährdungslage besteht weiterhin, da wir bis heute nicht wissen, warum der 42-Jährige verschwunden ist. Auszuschließen sei nicht, „dass er nicht freiwillig verschwunden ist“, sagt ein Sprecher. Für ein Verbrechen gebe es derzeit keine klaren Anhaltspunkte, aber auch nicht darauf, dass der Sibbesser sein Lebensumfeld aus freiem Willen verlassen hat.

Die Familie des 42-Jährigen verbreitete über die sozialen Medien einen Aufruf an mögliche Zeugen, dem sie ein Foto und eine Beschreibung von Heinrich Weber hinzufügte. Demnach ist er 1,60 Meter groß, von zierlicher bis sportlicher Statur und trägt kurze Haare mit längerem Seitenscheitel. Bekleidet war er zuletzt mit einer blauen Jeans und einem blauen Kapuzenpullover sowie Freizeitschuhen. Darüber trug er eine blau-orangene Jacke des Labels Jack Wolfskin. Heinrich Weber gilt als ruhig und zurückhaltend.

Fall hat hohe Priorität

„Wir haben weiterhin die Hoffnung, dass Heinrich gefunden wird“, sagt sein Bruder und betont, dass er im Namen der ganzen Familie spricht. „Deshalb sind wir dankbar für jeden Hinweis, den jemand uns beziehungsweise der Polizei geben kann.“ Mit den Beamten stehe die Familie in engem Kontakt, „und wir wissen, dass sie diesem Fall hohe Priorität eingeräumt haben“, sagt Heinrich Webers Bruder.

Wer Hinweise zum Aufenthalt von Heinrich Weber geben kann, der kann sich nach wie vor bei jeder Polizeidienststelle in Deutschland oder bei der Polizei in Alfeld unter der Telefonnummer 0 51 81  9  11  60 melden.

Veröffentlichung in der Alfelder Zeitung vom 11.01.2023

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