Alfeld - Zurück zu den Wurzeln – das wäre zu viel gesagt. Aber wow, mein einmonatiges Stelldichein in der Redaktion der Alfelder Zeitung fühlt sich doch tatsächlich ein bisschen wie eine Stippvisite in längst vergangenen Zeiten an. Denn, das wird mir mit jedem Tag ein bisschen klarer, habe ich als junger Bursche bereits ordentlich viel Alfelder Luft geschnuppert.
Wobei geschnuppert vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist. Schnuppern, das Wort verbindet man allgemein mit Wohlgeruch. Für mich hingegen bedeutet es: der Geruch von kaltem Zigarettenqualm und abgestandenem Bier. Zur Erklärung: Mein Vater war von Beruf Spielautomatenaufsteller. Einige seiner Geräte standen auch im Alfelder Check Point. Das lernte ich in den Jahren, in denen ich meinen alten Herren selten aus Neugier, häufiger aus der (Betreuungs-)Not auf seinen Touren begleitete, kennen und irgendwie auch lieben.
Natürlich beschränkten sich unsere Besuche auf den helllichten Tag, also herrschte in den Räumen der Diskothek immer eine gottverlassene Leere. Und eben dieser Geruch. Ich erinnere mich auch, wie meine Schuhe von der klebrigen Bierpatina auf dem Fußboden immer ein napfiges Geräusch machten. In der Luft: ein feiner Nebel durchtanzter Nächte und herrlicher Ausschweifungen. Ich muss da unbedingt bald mal wieder hingehen. Vielleicht sehen wir uns da!
