Alfeld - Die Sommerferien haben begonnen. Für viele Familien bedeutet das sechs Wochen ausschlafen, verreisen und Eis essen. Bei uns drehen sich die Gedanken in diesem Jahr allerdings schon um das, was danach kommt.
Unsere Tochter wird eingeschult.
Noch geht sie in den Kindergarten. Die Ferien beginnen dort erst später. Und doch fühlt sich jeder Tag ein bisschen nach Abschied an. Während ich eine Schultüte bastle, Hefte und Stifte besorge und die Feier organisiere, schweifen meine Gedanken immer wieder ab.
Wo ist nur die Zeit geblieben?
Gefühlt ist es noch gar nicht lange her, dass sie mitten in der Corona-Pandemie zur Welt kam. Plötzlich soll dieses kleine Mädchen mit Schulranzen und Schultüte vor der Schule stehen. Ein Gedanke, der mich gleichzeitig stolz und ein wenig wehmütig macht.
Sie selbst sieht das Ganze viel entspannter. Natürlich ist sie ein bisschen aufgeregt. Aber vor allem freut sie sich. Auf die Schule. Auf neue Freunde. Auf das Lernen. Sie ist bereit für diesen neuen Lebensabschnitt.
Diejenige, die mit diesem großen Schritt noch etwas ringt, bin wohl eher ich.
Vielleicht gehört das zum Elternsein dazu. Während Kinder voller Neugier nach vorne blicken, schauen Eltern zwischendurch noch einmal zurück. Und fragen sich, wann aus dem kleinen Menschen, den sie eben noch auf dem Arm getragen haben, plötzlich ein Schulkind geworden ist.
Dabei ist die Antwort eigentlich ganz einfach: Stück für Stück. Nur merkt man es im Alltag nicht. Bis plötzlich eine Schultüte auf dem Basteltisch liegt und einem bewusst wird, dass das nächste große Kapitel längst begonnen hat.
