Vom Leben in Alfeld

A bis Z: Ein einziges Durcheinander

Alfeld - Man möchte ja so manchen Job nicht machen, auch wenn andere dafür schwärmen. AZ-Redaktionsleiterin Ulrike Kohrs würde auf keinen Fall Fluglotsin sein wollen. Und ist auch besser so.

In ihrer Kolumne „Von A bis Z“ blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland.

Alfeld - Es piept und blinkt unaufhörlich. Über die Bildschirme sausen unübersichtlich rasend schnell weiße Linien, mal nebeneinander, mal hintereinander, dann kreuzen sie sich vermeintlich. Einige verschwinden wieder. So stelle ich mir den Arbeitsplatz eines Fluglotsen im Tower vor. Und diese Gedanken kommen mir natürlich dann, wenn – Sie ahnen es vermutlich – ich als Passagier in einem Flugzeug sitze. So wie vergangenes Jahr, als ich mit meiner Tochter nach London geflogen bin. Kurz vor Heathrow überfielen mich diese Bilder, samt der Vermutung, dass ein bestimmt völlig übermüdeter Fluglotse vor seinem Bildschirm sitzt und das scheinbare Durcheinander im Blick behalten muss. Ich erwartete quasi sekündlich den Zusammenstoß mit einer anderen Maschine. Natürlich ist nichts passiert. Weil die Lotsen einen super Job machen und die Technik das Wirrwarr am Himmel genauestens analysiert. Wussten Sie, dass eine Firma im Leinebergland genau so eine Technik produziert? Die macht es sogar möglich, dass ein Lotse in Deutschland sitzt und einen Flughafen in Südafrika im Blick hat. Ob mich das künftig beim Fliegen ruhiger macht, weiß ich allerdings noch nicht.

Mehr Texte von Ulrike Kohrs

  • Alfeld
  • Alfeld