Alfeld - Kleine Äste, große Äste, Moos, Sträucher – alles, was sich irgendwie zum Nestbau eignet, nehmen die Vögel jetzt mit zu ihren auserkorenen Brutstätten. Und was als solche infrage kommt, ist mitunter erstaunlich. Ich erinnere mich noch genau an einen ganz besonderen Nestfund als Kind. Die Fahrradsaison war gekommen. Also ab aufs Bike, zur Eisdiele fahren oder was auch immer wir damals vorhatten. Natürlich mit Helm auf dem Kopf. Sicherheit geht ja schließlich vor. Aber als ich meinen Helm draußen vom Haken abnehmen wollte, staunte ich nicht schlecht: Ein Vogel hatte sich darin ein stattliches Nest gebaut – mit Moos und allem, was dazugehört. Eigentlich eine richtig gute Idee. Der Helm hat eine typische Nestform, ist stabil und so groß, dass die Küken nicht direkt von der nächsten Katze entdeckt werden. Blöd nur, dass ich den Helm eigentlich aufsetzen wollte. Aber mal ehrlich: Einer jungen Vogelfamilie spende ich gerne meinen Helm. Damit Rotkehlchen, Blaumeise und Co. es dieses Jahr noch leichter haben (und ich meinen Fahrradhelm behalten kann), habe ich ganz ordinär ein paar Vogelhäuschen in meinen Garten gehängt. Mal schauen, ob da wer einzieht – oder im Spätherbst dann die Siebenschläfer den Erstbezug vornehmen.
Noch mehr Texte von Hanna Ilea Enkhardt
