Alfeld - Ein Schuldiger muss her. Das kennen wir doch alle. Wenn man jemandem die Schuld in die Schuhe schieben und dabei so richtig Dampf ablassen kann, dann lässt sich so manche Situation gleich ein bisschen leichter ertragen. Nur ist es eben manchmal gar nicht so leicht, die Schuldfrage zu klären. Nehmen wir mal die Sperrung der Leinebrücke in Freden. Da sind etliche Leute mächtig auf der Zinne, weil nun kein Auto mehr von der einen auf die andere Seite des Ortes fahren kann. Der Ärger ist verständlicherweise groß. Nur können da weder der Bürgermeister noch sein Team im Rathaus etwas für. Es nutzt also überhaupt nichts, die Menschen dort wutentbrannt anzurufen. Die Brücke gehört dem Land, zuständig ist also die Landesbehörde. Die ist verantwortlich für die Sicherheit und die Sanierung. Und dass die Brücke nach 130 Jahren etliche Macken hat, nun ja, das dürfte wohl auch niemanden wundern. Wundern darf man sich aber in der Tat darüber, dass der neue Schaden im Jahr zwei der Sanierung plötzlich und unerwartet auftaucht. Auch ärgern darf man sich darüber. Nur ändert das nichts. Also: durchhalten und vielleicht sogar mal ein kleines Lob in Richtung Rathaus schicken, weil sich dort schnell und unbürokratisch gekümmert wurde.
Weitere Texte von Ulrike Kohrs
