Vom Leben in Alfeld

A bis Z: Erinnerungen aus dem Kochtopf

Alfeld - Grünkohl und Bregenwurst, Hühnerfrikassee oder Linsensuppe – es gibt Gerichte, die schicken einen sofort auf eine Reise in die Vergangenheit, manche mit unangenehmem Ziel. AZ-Redakteurin Ulrike Kohrs hat das grad wieder erlebt.

In ihrer Kolumne "Von A bis Z" blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland.

Alfeld - Am Montag war ich mit einem Kollegen essen: Braunkohl und Bregenwurst sollte es sein. Ich bin eigentlich gar nicht so ein großer Freund davon, aber wir hatten mal wieder Lust auf das niedersächsische Traditionsgericht. Und mal ganz ehrlich: Bei dem Schnee vor der Tür und den winterlichen Temperaturen passte das auch einfach. Was soll ich sagen: Es schmeckte hervorragend. Das soll hier jetzt aber keine Gastrokritik werden. Es geht mir vielmehr darum, dass ich zwei Gabeln davon gegessen habe und ich mich sofort zurück in meine Jugendzeit versetzt habe. Vor meinem geistigen Auge habe ich gesehen, wie mein Vater den im Schrebergarten geernteten Grünkohl in der Badewanne gewaschen hat, über Stunden eine Brühe angesetzt hat, in der der Kohl dann gar kochte. Der Geschmack von dem Essen im Restaurant hat mich regelrecht auf eine Zeitreise geschickt. Mit gutem Hühnerfrikassee erreicht man bei mir übrigens den gleichen Effekt. Mit Spargel und Champignons in der Soße, aber keine Erbsen bitte. Lecker. Ich bekomme schon richtig Hunger. Und dann gab es da noch die Linsensuppe, die meine Mutter regelmäßig gekocht hat. Ich konnte schon den Geruch nicht leiden. Wenn ich die Suppe essen musste, bekam ich sogar kleine Pusteln an Armen und Beinen. So, Schluss jetzt. Es juckt mich schon wieder.

Weitere Texte von Ulrike Kohrs

  • Alfeld