Alfeld - Herr K. will sich verabschieden. Seine Kisten sind gepackt, der Schreibtisch ist leer, nur eine Sache fehlt noch: das richtige Wort. Herr K. geht die Möglichkeiten durch. „Tschüss“? Herr K. weiß bis heute nicht, ob es mit einem oder zwei s oder vielleicht doch mit ß geschrieben wird. Und wer will sich schon mit einem Rechtschreibfehler verabschieden? „Ciao“ ist sehr italienisch, vielleicht zu italienisch für das Leinebergland, denkt Herr K. „Auf Wiedersehen“ klingt nach dem Ende einer Ratssitzung. „Adieu“ heißt „zu Gott“ – Herr K. wechselt aber nur die Redaktion. „Lebewohl“ klingt nach Grabrede. So schlimm ist es nun auch wieder nicht, meint Herr K.
Vielleicht eine Geste? Der Klopfer auf den Tisch? Am Stammtisch bewährt, funktioniert leider nicht auf Zeitungspapier.
Ach, was soll’s, denkt Herr K. Man sieht sich im Leben immer zweimal. Also schreibt ich, was ich auch zur Begrüßung schreiben würde: Guten Morgen, Alfeld!
