Alfeld - Abendstunde am Rande der Alfelder Innenstadt, der Schnee liegt dick und pappig, und nicht überall ist der Fußweg geräumt. Eine alte Frau ist mit ihrem Rollator unterwegs, und sie scheitert am Übergang zwischen geräumtem und ungeräumtem Bürgersteig. Mit aller Kraft versucht sie immer wieder, ihren Rollator voranzuschieben, doch die Schneekante vor ihr ist viel zu hoch. Zu hoch ist scheinbar auch die Hürde für mehrere Passanten, die an ihr vorbeigehen. Dann endlich fragt einer, ob er ihr Wägelchen leicht anheben und über das Schneehindernis hieven darf. Er darf, und die alte Frau wechselt noch ein paar Worte mit ihm. Eine winzige Szene ist das und doch eine, die zeigt, wie wir es uns gegenseitig etwas leichter machen könnten – nicht nur, aber eben auch in Alfeld. Das Herz einschalten, zum Beispiel. Oder rechtzeitig die Schippe schwingen, weil so etwas wie eine läppische Schneedecke eben nicht für alle Menschen läppisch ist. Verantwortung übernehmen, mitmenschlich sein – seltsam, dass uns das manchmal so schwerfällt, obwohl es doch so einfach ist. Geht übrigens auch ohne Schnee!
Vom Leben in Alfeld
A bis Z: Herz einschalten oder Schippe schwingen – ist das so schwer?
Alfeld - Christian Wolters kam in der Alfelder Innenstadt auf eine Situation zu, in der eine Frau Hilfe brauchte. Nicht jedem fiel das auf.
