Alfeld - Es ist mal wieder so weit, ich wage das Reiseabenteuer mit der Bahn. Dieses Mal soll es runter nach Bayern gehen, eine Freundin besuchen. Mit dem Auto würde ich von Haustür zu Haustür etwa sechs Stunden brauchen. Bei den vielen Baustellen auf dem Weg und den hohen Spritpreisen lasse ich das lieber. Ob ich mit der Bahn wirklich schneller bin? Wohl nicht, sechs Stunden brauche ich auch mit dem ICE, um bei meiner Freundin anzukommen. Zum Vergleich: Mit den Regios hätte ich das Doppelte an Zeit gebraucht. Aber es ist immerhin ein sehr entspanntes Reisen – Bewegungsfreiheit, es gibt Toiletten und ich kann mein Buch endlich fertig lesen.
Trotzdem habe ich schon ein bisschen Bauchschmerzen vor der Reise. Denn wenn die Züge nicht (pünktlich) kommen, ist auf einmal gar nichts mehr entspannt. Ich habe da in den vergangenen Jahren schon so einiges erlebt. Erst kürzlich sollte mein Zug wegen eines technischen Problems auf der Strecke statt 9 Uhr plötzlich erst um 21 Uhr am Ziel ankommen, und einmal hätte ich fast am Bahnhof in Ingolstadt übernachten müssen. Zum Glück ist immer alles gut gegangen. Deshalb will ich mir auch jetzt eigentlich nicht schon den Kopf mit „was könnte dieses Mal passieren“ zerbrechen. Also sammle ich Zuversicht und Euphorie, denn Bahnfahrten halten ja auch oft das ein oder andere lustige Erlebnis bereit.
Noch mehr Texte von Hanna Ilea Enkhardt
