Alfeld - In den meisten Bereichen des Lebens bin ich wirklich sparsam. Nur bei einem Luxusgut eskaliert mein Kaufverhalten manchmal: Tonträger. Schallplatten, CDs, sogar Kassetten – in mindestens mittlerer vierstelliger Zahl füllen sie im Wohnzimmer die Regale.
Seit ich in Niedersachsen lebe, bin ich sogar Mieter eines kleinen Lagerraums: Darin stehen in Plastikboxen vor allem jene CDs, die in der Wohnung meiner Partnerin, die ich mitbezogen habe, keinen Platz mehr fanden. Sie auf dem Dachboden meiner Mutter in Franken zu parken, habe ich nicht übers Herz gebracht.
Ja, ohne Musik kann ich nicht. Und Streaming finde ich nicht erfüllend. Ich brauche das Gesamtkunstwerk, möchte das Cover in Händen halten, daran riechen, eine Nadel auf die Platte setzen. Ohne Haptik fühlt sich die Kunst leer an.
Ich weiß, liebe Alfelderinnen und Alfelder, dass es vielen von Ihnen ähnlich geht: Nicht umsonst kommt Karsten Klingenberg immer wieder mit seinem Tonträgerhandel in die Stadt – und erzielt gute Verkaufszahlen. Jetzt bringt er mit „Vinyl & Stories“ eine neue Veranstaltungsreihe in den Ort, die Musikfans ins Gespräch bringen soll. Da bin ich dabei. Vielleicht finde ich dort ja Gleichgesinnte in der neuen Heimat.
