Vom Leben in Alfeld

A bis Z: Sonnig, stürmisch und regnerisch

Alfeld - Sonne, Regen, Hagel, Sturm – ja, was denn nun? AZ-Leiterin Ulrike Kohrs ärgert sich nicht übers Wetter (doch, das natürlich auch), sondern über dessen Vorhersagen. Stimmen die denn gar nicht mehr?

In ihrer Kolumne "Von A bis Z" blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland.

Alfeld - Ich bin es leid. Ganz ehrlich. Diese blöde Wetter-App. Kaum habe ich meine Wäsche im Garten aufgehängt, weil es laut den Online-Wetter-Profis am Vormittag ja trocken bleiben soll, da fängt es auch schon an zu regnen. Darf es aber eigentlich gar nicht. Laut App scheint die Sonne. Fragt sich bloß, wo? Bei uns zumindest nicht. Beim nächsten Blick aufs Smartphone (Sie merken schon, liebe Leserinnen und Leser, es ist auch irgendwie ein Zwang), da stehen die Zeichen am Nachmittag auf Sonne. Na bitte, dann wird die feucht gewordene Kleidung vielleicht doch noch trocken. Wenn der Wäscheständer bis dahin nicht von den unerwarteten stürmischen Böen einmal über die Terrasse gewirbelt wird. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein tüchtiger Hagelschauer – so wie neulich, als ich 20 Minuten im Auto ausharren musste, weil aus dem vorhergesagten Regen plötzlich mitunter murmelgroße Hagelkörner wurden. Früher, da hat man abends die Tagesschau geschaut und den anschließenden Wetterbericht. Der war auch Auslegungssache. Heutzutage können wir 24/7 kontrollieren, wie sich Sonne und Regen entwickeln. Furchtbar. Ich steige jetzt aus dem Wetter-Stalking aus. Ich lass mich einfach überraschen. Ein bisschen Nervenkitzel, Sie wissen schon. Ein letztes Mal schau ich aber noch. Na bitte, die Sonne scheint. Es geht doch. Dann bleib ich dabei. Aber meine Wäsche hänge ich künftig immer unter der Überdachung auf – sicherheitshalber.

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