Alfeld - In Australien ermöglicht ein „Senioren-Express“ virtuelle Zugreisen für die Bewohner in Seniorenheimen. Es gibt einen nachgebauten Speisewagen mit großen LED-Bildschirmen und Lautsprechern. Und während die Senioren auf originalen Zugsitzen an echten Zugtischen gemütlich bei Kaffee und Kuchen sitzen, flimmern auf den Monitoren die österreichischen Alpen, französischen Küsten oder die Hochhäuser von New York vorbei, begleitet von entsprechenden Geräuschen. Fast wie in echt – soll das sein. Jede Woche ein neues Reiseziel – ohne Kofferpacken, Zugverspätungen, Sicherheitschecks am Flughafen. Klingt gut, finden Sie? Für mich klingt es nach einer zugegeben sehr einfallsreichen Abwechslung im Alltag der Frauen und Männer in einem Seniorenheim. Aber vielleicht ist ein fernes Reiseziel irgendwann gar nicht mehr der Traum dieser Menschen. Vielleicht ist es eher ein ganz realer Spaziergang mit der Familie im nahe gelegenen Park, ein echtes Treffen im Garten der Kinder, ein kurzer Plausch mit alten Freunden – ganz in echt, ohne Monitore und Lautsprecher. Mit einer warmen Umarmung zur Begrüßung.
Vom Leben in Leben
A bis Z: Virtuell oder lieber ganz in echt?
Alfeld - Virtuelle Weltreisen im Seniorenheim – klingt durchaus spannend. Aber ist ein echter Spaziergang im nahen Park nicht viel erstrebenswerter?, fragt sich AZ-Redaktionsleiterin Ulrike Kohrs.
