Alfeld - Lesen und nicht mehr aufhören können, weil es so spannend ist. Alles um sich her vergessen und ganz versunken sein in ein Buch – also so ein altmodisches Druckerzeugnis, bei dem man mit der Hand umblättern muss... Als Kind war das gang und gäbe. Da bin ich um die Welt gesegelt, habe einen alten Förster durch den Wald begleitet und war mit Elli auf dem Weg in die Smaragdenstadt.
Neulich durchstöberte ich den öffentlichen Alfelder Bücherschrank am Seminarparkplatz und griff nach einem abgegriffenen Buch, das über das Leben von Menschen berichtet, die heilig gesprochen wurden. Heilig gesprochen von der katholischen Kirche, die Protestanten machen sowas ja nicht. Davon abgesehen, geht es um Frauen und Männer, die mich zutiefst beeindrucken.
Höhen und Tiefen auch bei den Heiligen
Wer nun glaubt, so ein Heiliger lebt alle Tage in Verzückung, fühlt sich nie elend und ist immer megamäßig gut drauf, wird eines Besseren belehrt. Die haben genauso Höhen und Tiefen durchgemacht, wie alle anderen auch. Was sie unterscheidet, ist, dass sie trotz aller Herausforderungen drangeblieben sind an dem, was sie zutiefst empfanden und glaubten. Treue nennt man das. Und ich lese darüber – und kann einfach nicht mehr aufhören, weil es so spannend ist.
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