Vom Leben in Alfeld

A bis Z: Wie schnell Besonderes Alltag wird

Alfeld - Alfeld – Heute glitzert der erste Frost auf Dächern, Autos und Straßen. In ein paar Wochen dürfte derselbe Anblick kaum noch jemanden beeindrucken. Warum Besonderes so schnell alltäglich wird, darüber macht sich AZ-Mitarbeiter David Paasche Gedanken.

In ihrer Kolumne „Von A bis Z“ blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland. Foto: AZ

Alfeld - Heute Morgen gehe ich an St. Nicolai vorbei auf den Marktplatz. Auf den Dächern liegt der erste Frost, Autoscheiben sind weiß und die klare Luft macht selbst den vertrauten Weg ein wenig anders. Ich bleibe kurz stehen. In ein paar Wochen werde ich über denselben Frost vermutlich weniger begeistert sein. Dann bedeutet er vor allem: Scheibe kratzen, kalte Hände und ein paar Minuten früher aus dem Haus.

So schnell geht das manchmal. Was heute noch besonders ist, wird morgen selbstverständlich – und irgendwann vielleicht sogar lästig. Das gilt nicht nur für den ersten Frost. Wir gewöhnen uns an schöne Orte, an Menschen, die für uns da sind, an kleine Freiheiten und an Dinge, über die wir uns einmal gefreut haben. Gewöhnung hilft uns, im Alltag zurechtzukommen. Sie hat aber auch eine Nebenwirkung: Was ständig da ist, fällt irgendwann kaum noch auf.

Vielleicht braucht es deshalb gar nicht immer etwas Neues. Manchmal reicht es, Bekanntes wieder so anzusehen, als wäre es gerade zum ersten Mal da. Der Frost wird morgen noch derselbe sein. Nur unser Blick darauf dürfte schon ein anderer sein.

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