Beschwerde

Anwohner in Delligsen würden Straßenbäume gerne loswerden

Delligsen - Zu hoch, zu viel Laub, zu viel Arbeit: Mehrere Anwohner Am Sandbrink in Delligsen hadern mit den Ahornbäumen in ihrer Straße. Sie würden sie am liebsten fällen lassen und durch niedrig wachsendes Gehölz austauschen – bevor bald eine Entscheidung ansteht, äußert sich bereits der Landkreis.

Entlang der Straße Am Sandbrink stehen 36 Jahre alte Ahornbäume. Ihr Nachteil ist, dass sie den Anwohnern im Herbst viel Arbeit machen. Aber nicht alle stören sich daran. Foto: Ulrich Meinhard

Delligsen - Erneut werden sich die politischen Gremien in Delligsen mit einem Anliegen von Anwohnern der Straße Am Sandbrink beschäftigen. Es geht um die Ahornbäume, die dort im Jahr 1989 gepflanzt worden sind. Einigen Anwohnern sind sie zu hoch, werfen im Herbst zu viel Laub ab, was weggefegt und weggeharkt werden muss, und stellenweise würden Wurzeln den Straßenbelag anheben. „Es ist auch so, dass einige der Menschen, die in dieser Straße wohnen, nicht mehr die Jüngsten sind und diese Arbeit kaum noch schaffen“, sagt eine Anwohnerin mit Hinweis auf mehrere Nachbarn.

Verwaltung hat ein Gutachten in Auftrag gegeben

Bereits in den Jahren 2009 und 2017 gab es solche Beschwerden. Nach Ansicht von mehreren Anwohnern müssten die Ahornbäume gefällt und durch Gehölze ersetzt werden, die weniger in die Höhe wachsen. Die Verwaltung im Flecken ist in diesem Jahr bereits aktiv gewesen und hat ein Fachgutachten in Auftrag gegeben. In einem Verwaltungspapier heißt es dazu: „Das Ergebnis des Gutachtens sagt aus, dass es keinen Grund gibt, dass die Ahornbäume gefällt und gegen andere Bäume ausgetauscht werden.“ Denn die Bäume seien gesund und standsicher; sie sind zudem noch nicht einmal ausgewachsen und stellen, so heißt es weiter, „einen gewissen Sachwert für den Flecken Delligsen dar“.

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Holzminden, um Stellungnahme gebeten, hält fest, dass eine Fällung einen „Eingriff in die Natur und Landschaft darstellt“. Der Landkreis somit sieht keine Notwendigkeit einer Fällung und würde diesen Schritt, wenn überhaupt, nur mit erheblichen und kostenintensiven Auflagen genehmigen. Nun gibt es in der Straße Leute, die auf einen Kompromiss hoffen. Wenn schon nicht die Fällung, dann zumindest ein Rückschnitt. Wäre das denn ein mögliches Entgegenkommen?

Ein Stutzen ist möglich, eine Rücknahme der Kronen nicht

Michael Kirk vom Fachbereich Bau der Delligser Verwaltung möchte hier erst einmal eine begriffliche Klarstellung erreichen. „Ein Kronenrückschnitt ist möglich, jedenfalls so wie ich das Gutachten interpretiere. Das wäre aber eben nur ein Stutzen und nicht die Rücknahme der Krone.“ Auf gar keinen Fall wird die Verwaltung den Ratsleuten das Fällen der Bäume vorschlagen – und eben auch keinen „gravierenden Rückschnitt“. Vielmehr sollen die Schattenspender, so wie bisher, jährlich kontrolliert und gepflegt sowie bei Bedarf fachgerecht geschnitten werden. Das würde dann auch im Einklang mit dem erstellten Fachgutachten stehen.

Mit dem Thema Straßenbäume Am Sandbrink wird sich der Bau- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am 10. November befassen. In den Rat des Flecken Delligsen kommt die Problematik nicht, vielmehr wird der Verwaltungsausschuss am 27. November über die Angelegenheit entscheiden.

  • LeineBL
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