Wispenstein - Rockbands, Indiemusik, Freibier, Strandfeeling und viele Campingstühle – das Beach Bitch Rock hat einige Besonderheiten. Am Samstag war es so weit und Wispenstein hat sich wieder in ein Festivalgelände verwandelt. Hartgesottene Fans verraten, warum nicht einmal der einsetzende Regen ihnen die Stimmung vermiesen konnte.
Mehr als 1000 Gäste tanzen im auch im Regen
Schon kurz nach Festivalbeginn stehen, so weit das Auge reicht, geparkte Autos an den Straßenrändern. Nicht nur die Bands sind schon von Weitem zu hören, sondern auch die etwa 1300 Festivalgäste. Eigentlich steht das Festival nicht nur für gute Bands und Essen-Trinken inklusive, sondern auch für gutes Wetter, verrät Christoph Bessel, Vorsitzender des Veranstaltervereins Hula Music. Dieses Jahr zeigt sich das Wetter jedoch erstmals von seiner wechselhaften Seite. Sonne und Regen wechseln sich genauso ab, wie die Bands auf der Main- und Sidestage. Ob das die Fans am Feiern hindert? Nein, ganz im Gegenteil. Dort, wo am Nachmittag noch Kinder Seifenblasen pusteten und mit Getränkebechern Stapelwettbewerbe ausfochten, springen die Erwachsenen am Abend zum Headliner Liedfett in den Moshpit.
Wer das Beach Bitch Festival besucht, kann aber nicht nur den Moment genießen – sondern auch etwas für die Ewigkeit mitnehmen. Das Tätowiererteam vom Studio Chrissy Ink sticht vor Ort kleine Festivalmotive oder etwas, was sich die Leute wünschen. Tätowiererin Sophia Bünder war schon im Vorjahr mit dabei und weiß: „Hier kommen die verschiedensten Menschen her und lassen sich spontan ein Andenken stechen.“ Ein eigenes Beach-Bitch-2025-Motiv gibt es auch: ein Cocktailglas in Form eines Totenkopfs mit tropischer Füllung.
Mittags ein Familienfest und abends ein Rock-Festival
Die eigene Zukunft betreffen, ganz unabhängig vom Beach Bitch, könnte auch die Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Zum ersten Mal können sich die Menschen direkt auf dem Festival als Stammzellspender registrieren lassen. Eine der neugewonnenen Spenderinnen ist die Alfelderin Meike Geldmacher. Sie nutzt die direkte Anlaufstelle an diesem Tag – genauso wie 20 weitere Gäste allein in den ersten zwei Stunden nach Festivalbeginn.
Was den Festivalbesucherinnen und -besuchern am Beach Bitch besonders gefällt: Dass es eine Mischung aus Familienfest und Festival sei. „Mittags haben die Kinder Spaß und abends feiern die Erwachsenen“, antwortet Carolin Dettmann auf die Frage nach ihrem persönlichen Highlight neben der Musik. Sie ist extra aus Höxter in Nordrhein-Westfalen angereist und zum ersten Mal auf dem Festival – und sie will nächstes Jahr definitiv wiederkommen.
Wie mehr als 100 Helfer den All-Inclusive-Preis garantieren
Grundsätzlich sind sich die Besucherinnen und Besucher einig: Das Highlight am Beach Bitch sind die Musik, die gemütliche Atmosphäre und das Wiedersehen alter Freunde. Aber: Gratis Essen und Trinken ist ebenso ein großer Pluspunkt für viele. Schließlich ist das Beach Bitch Rock wohl das einzige Festival in ganz Deutschland, bei dem Essen, Trinken und Camping im Ticketpreis mit inbegriffen sind. Doch wie ist das bei einem Ticketpreis von weniger als 60 Euro eigentlich möglich? „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, müssen also nur kostendeckend und nicht gewinnbringend wirtschaften“, erklärt Veranstalter Bessel. In den Buden, am Eingang und beim Auf- und Abbau helfen mehr als 100 Freiwillige.
Wir müssen nur kostendeckend und nicht gewinnbringend wirtschaften
Aber auch an die, die nicht selbst ein Ticket gekauft haben, aber im Umfeld des Festivals wohnen, hat Bessel gedacht. Damit die Wispensteiner sich an den vielen parkenden Autos und der Lautstärke nicht stören, hat er einen Trick: Alle Anwohnerinnen und Anwohner dürfen kostenlos aufs Gelände.
Bald starten die Planungen für das kommende Jahr
Und wie geht es nach dem Festival weiter? Bessel will direkt mit den Planungen für 2026 starten. Ein paar Dinge, die ihm wichtig sind, verrät er schon jetzt: Das Line-up soll natürlich ein anderes sein – aber früher Einlass und Trinkwasserspender seien auch im kommenden Jahr gesetzt.




