Alfeld - „The same procedure as last year? The same procedure as every year!“ Wenn diese Worte durch die Aula des Alfelder Gymnasiums hallen, dann weiß der erfahrene Zuschauende, dass jetzt nicht etwa „Dinner for one“ gezeigt wird – sondern dass es wieder Zeit für die Big-Band-Konzerte ist. Und wenn dann die ersten Takte von „Peter Gunn“ ertönen, stellt sich auch direkt das wohlige Gefühl das Gewohnten ein. Zum mittlerweile 35. Mal erklingt der immer gleiche Opener, wie der musikalische Leiter und Conferencier Andreas Schmitz zu berichten weiß.
Wären allerdings die Big-Band-Konzerte Jahr für Jahr immer dasselbe, dann wären sie nicht das, was sie sind: ein Abbild der musikalischen Vielfalt und Fähigkeit des Alfelder Gymnasiums und seiner verschiedenen Musikgruppen. Insgesamt rund 160 Mitwirkende stehen diesmal auf der Bühne – Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Ehemalige, aber auch Externe wie Kirchenkreiskantor Tobias Langwisch oder Michael Wagner und Heiko Jahnke von der Alfelder Musikschule.
Und was Vielfalt bedeuten kann, zeigt einmal mehr die Zusammenstellung des Programms. Da trällert der „Chor II“ voller Inbrunst die Musik zur Fernsehserie „Im weißen Rössl“. Da interpretieren die Musikkurse des 12. Jahrgangs den David-Guetta-Hit „Titanium“ auf ganz eigene, angenehm unaufgeregte Art und Weise. Da erfeut die Big Band ihr Publikum mit einem Abba-Medley, und der Kammerchor macht aus „Happy together“ eine Quasi-A-capella-Nummer mit dezenter Piano-Unterstüztung.
Als die vier Mitglieder der Streicher-AG „Greensleeves“, „House of the rising sun“und „Sally Gardens“ zum Besten geben, laufen auf der großen Leinwand im Hintergrund stimmungsvolle und stets passend ausgewählte Bilder und Videosequenzen – wie den ganzen Abend. In die Pause entlässt die Big Band ihre Zuhörerschaft mit dem wuchtigen Scorpions-Klassiker „Rock you like a hurricance“.
Von Rock bis Rachmaninow
Im zweiten Teil schlägt die Stunde der Concert Band, die gleich zu Beginn mit dem Charterfolg „High hopes“ der amerikanischen Alternativ-Rock-Band „Panic! at the Disco“ für einen Ohrwurm sorgt. Dann wird es episch – mit dem Score der Star-Wars-Serie „The Mandalorian“, natürlich ebenfalls untermalt mit passenden Bildern. Beim Udo-Jürgens-Medley schafft die Concert Band einen Aha-Effekt mit der Erkenntnis, dass „Griechischer Wein“ mit so vielen Instrumenten eigentlich fast noch besser klingt als das legendäre Original. Und auch „See you again“ von Wiz Khalifa funktioniert in dieser Konstellation außerordentlich gut – der nächste Ohrwurm brennt sich ein, wie zum Ende hin auch Coldplays „Viva la vida“ und die Zugabe „Brazil“.
Im zweiten Teil hat auch Fiona Hieronymus ihren großen Auftritt: Sie spielt das Etude-tableaux Op. 33 No. 8 von Sergej Rachmaninow solo am Klavier. Schwere Kost, könnte man meinen, aber überzeugend vorgetragen und zu Recht mit lang anhaltendem Applaus bedacht.
Statements durch Musik
Den gibt es auch für den Queen-Klassiker „Somebody to love“, vorgetragen vom „Chor II“, während der „Chor I“ – bestehend aus Sängerinnen und Sängern der Jahrgangsstufen fünf bis sieben – Ausschnitte aus dem Repertoire vorträgt, das schon seit Monaten für das Großereignis „6K united“ vorbereitet wird (stark: „Weil wir sind“). In der ZAG-Arena in Hannover werden dann 6000 Kids gemeinsam singen.
Was bei den Big-Band-Konzerten immer mitschwingt, sind die Botschaften zwischen den Zeilen. Und die wirken auch diesmal wieder aktueller denn je. So heißt es im Song „Wenn Du mich rufst“ von Mark Forster zum Beispiel: „Auch wenn’s so scheint, dass die ganze Welt in Flamm’n steht: Solange wir zusamm’n sind, wird alles gut“. Oder im Titel „Deine Schuld“ von den Ärzten: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt“.
Das zweite Big-Band-Konzert dieses Jahres steigt am Freitag, 13. Juni, um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums. Dann werden auch der Abi-Chor und die Orchester-AG dabei sein. Es gibt nur noch wenige Restkarten – etwa 25 – an der Abendkasse.








