Bei Kindern und Erwachsenen beliebt

Das Phänomen Freibad-Pommes – so schmeckt das Gericht in Alfeld

Alfeld / Kreis Hildesheim - Wer einmal mit nassen Haaren, Chlor in der Nase und Sonne im Gesicht auf dem Badetuch lag und in ein Schälchen Pommes griff, weiß: Im Freibad schmecken sie einfach besser. Was kommt denn im Alfelder 7-Berge-Bad ins Schälchen? Außerdem: Ein Blick in zwei weitere Bäder in der Region.

Überall beliebt: Freibad-Pommes. Doch warum sind sie eigentlich so lecker? Foto: Ole Klein

Alfeld / Kreis Hildesheim - Sie bestehen aus Kartoffeln, Fett und Salz – eigentlich nichts Besonderes. Doch wer einmal mit nassen Haaren, Chlor in der Nase und Sonne im Gesicht auf dem Badetuch lag und in ein warmes, knuspriges Schälchen Pommes griff, weiß: Im Freibad schmecken sie einfach besser. Sie gehören dazu wie die Bratwurst zum Stadionbesuch oder der Tomatensaft zum Flugzeug. Aber warum ist das so? Wir haben uns in Hildesheim, Alfeld und Sarstedt auf die Suche nach dem Geheimnis der Freibad-Pommes gemacht.

Was macht Freibad-Pommes so besonders?

Eines wird bei allen drei Freibädern deutlich: Jede Pommesstation hat ihren eigenen Stil – vorfrittiert, vakuumiert oder frisch geschnitten. Dick oder dünn, mit Sonnenblumen- und Rapsöl oder vorfrittiert – jede Methode hat ihre Besonderheiten. Trotzdem verbindet sie alle eines: Freibadpommes schmecken nach Sommer, nach Tradition, nach Erinnerungen. Nach einer Stunde Schwimmen, Rutschen oder Planschen ist der Körper erschöpft, der Magen knurrt. Salz, Fett und Kohlenhydrate liefern schnell neue Energie, Mineralstoffverluste werden ausgeglichen. Doch es ist nicht nur der Hunger, der sie unwiderstehlich macht. Vielmehr ist es das Erlebnis drumherum: die Geräusche spielender Kinder, der Chlorgeruch, die nassen Handtücher – und die Erinnerung an den letzten Freibadbesuch. Für viele Gäste gehören Pommes seit Kindertagen dazu.

7-Berge-Bad in Alfeld:

Im 7-Berge-Bad in Alfeld kommen die Pommes aus der Küche von Hasan Dogan, der das Bad-Bistro betreibt. Tiefkühlware sucht man bei ihm vergeblich: „Wir arbeiten nur mit frischen Pommes – die schmecken einfach besser“, sagt er. Das Rohmaterial bezieht Dogan über einen Großhändler in Salzgitter. Die Kartoffeln werden direkt vor Ort im Bad frittiert. Seine Pommes sind 11 Millimeter dick – bewusst etwas kräftiger geschnitten. „So schmecken sie richtig nach Kartoffel. Dünnere Stäbchen wie bei McDonalds sind da nicht so geeignet“, erklärt er. Auch wenn dieser Sommer wetterbedingt eher eine Katastrophe war, ist eine Sache geblieben: Pommes sind der Renner. „Gerade in der Ferienzeit gehören sie zu den meist bestellten Artikeln“, so Dogan. Wohl auch, weil viele der Badegäste schon als Kinder hier ihre Pommes gegessen haben. „Es ist einfach Tradition – man kennt das aus der eigenen Kindheit“, sagt Dogan. Eine Portion kostet 3 Euro, Ketchup oder Mayonnaise gibt es für jeweils 30 Cent dazu.

Jo-Wiese in Hildesheim

Pommes – ein absolutes Must-Have im Freibad. In der Hildesheimer Jo-Wiese geht es einfach nicht ohne sie. Matthias Mehler und sein Team betreiben das Freibad bereits in der 13. Saison. „Wir haben das Thema von Anfang an sehr ernst genommen“, erzählt er. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden mehrere Pommes-Sorten getestet, bis die perfekte Auswahl feststand: französische, 6×6 Millimeter große Stäbchen, vorfrittiert, außen knusprig und innen weich. Auch das Frittenfett spielt eine entscheidende Rolle: Mindestens einmal pro Woche wird es komplett gewechselt, damit Geschmack und Konsistenz konstant bleiben. An guten Tagen gehen mehrere hundert Portionen über die Theke, an heißen Sommertagen sogar mehrere Tonnen. „Wenn auf meiner Wetter-App als erste Zahl der Temperatur eine 3 steht, kommen viele. Bei Gewitter, selbst wenn es nur abends aufzieht, kommt aber niemand“, sagt Mehler. Eine kleine Portion kostet 3,50 Euro, eine Familienportion 7 Euro.

Innerstebad in Sarstedt

Frische Pommes gehören auch im Sarstedter Innerstebad zu einem perfekten Freibadbesuch. Im Sarstedter Innerstebad kommen die aus der Mache des Teams von Andreas Hölzel. Seine Familie betreibt dort seit rund 14 Jahren das Stadtbad Restaurant. Wenn das Innerstebad im Sommer gut besucht ist, gehen dort bis zu 160 Kilogramm am Tag über den Tresen, berichtet Hölzel. Und dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Pommes: „Bei uns gibt es keine Tiefkühl-Pommes“, sagt er. „Die kommen einvakuumiert zu uns und werden frisch frittiert.“ Die Suche nach der perfekten Knolle als Rohmaterial war keine einfache, berichtet der Gastronom. „Wir haben uns mehrere Kartoffelsorten vorführen lassen und getestet“, so Hölzel. Besonders viel wert legt er auf die Standfestigkeit der Pommes – „damit sie nicht so schnell weich werden, sondern knusprig und lecker bleiben“. Dafür dürfen die Pommes auch nicht zu dick oder zu dünn geschnitten werden. Aber auch das Frittieröl sei entscheidend für Geschmack und Konsistenz. „Wir setzen seit 14 Jahren auf eine Mischung aus Sonnenblumen- und Rapsöl ohne E-Stoffe oder Palmöl. Auch wenn dieses Öl etwas teurer ist als andere“, sagt Hölzel. Im Sarstedter Stadtbad Restaurant können die Badegäste außerdem zwischen mehreren Soßen wählen. Die kommen aus dem europäischen Ausland: „Wir pflegen gute Kontakte zu einem Hersteller in den Niederlanden.“ Zur Auswahl stehen eine klassische Frittensoße, die so ähnlich schmeckt wie Mayonnaise; Ketchup und eine leicht scharfe Sambalsoße mit Chili – alles gluten- und laktosefrei. Und: Die Soßen gibt es bei den Hölzels nicht in kleinen Tüten abgepackt – „der Umwelt zuliebe“, wie der Gastronom sagt. Auch die Pommes frites werden in Pappbechern serviert. Preis pro Portion ohne Soße: 3 Euro.

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