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Der Mähroboter vom TuSpo Lamspringe erhitzt die Gemüter im Bauausschuss der Gemeinde

Lamspringe - Um Personal und Kosten zu sparen, haben die Mitglieder vom Turn- und Sportverein Lamspringe einen Mähroboter gekauft. Eigentlich sollte die Gemeinde diesen bezuschussen, doch die Mitglieder des Bauausschusses vertagen den Entscheid. Das ist der Grund für hitzige Diskussionen.

Ein Mähroboter erleichtert ab sofort die Pflege der Lamspringer Sportplätze. Doch ganz günstig war er nicht. Foto: privat

Lamspringe - Den Rasen auf dem Sportplatz besser pflegen und gleichzeitig Personal und Kosten einsparen – mit diesem Ziel hat sich der Turn- und Sportverein (TuSpo) Lamspringe einen Mähroboter angeschafft. Im Haushalt der Gemeinde wurde ein fünfstelliger Zuschuss dafür bereitgestellt. Allerdings ist dieser mit einem Sperrvermerk versehen, den nur die Mitglieder des Bauausschusses freigeben können. Genau das sollte während des Lamspringer Bau- und Ordnungsausschusses am Montagabend geschehen. Doch die Zahlung liegt weiterhin auf Eis. Das sind die Gründe.

31.000 Euro für neuen Mähroboter

Auf den zwei Sportplätzen des TuSpo trainieren nicht nur Fußballmannschaften: Die Anlage wird auch von den hiesigen Kindergärten, Schulen, anderen Sportgruppen und für Veranstaltungen genutzt. Ein großer Platz, der einiges an Pflege braucht, und somit viel Zeit der zuständigen Vereinsmitglieder in Anspruch nimmt. Doch der Mähroboter soll Abhilfe schaffen. Denn in der Beschlussvorlage des Bauausschusses heißt es auch: Keine Mitglieder des Sportvereins sind bereit, den Rasen regelmäßig zu mähen.

Also haben die Vereinsmitglieder im Mai einen selbstfahrenden Roboter für rund 31.000 Euro gekauft – allerdings ohne zu wissen, ob die Gemeinde den beantragten Zuschuss von 10.000 Euro zahlt. „Das eingegangene Risiko zeigt, wie dringend diese Anschaffung war“, sagt Gemeindebürgermeister und TuSpo-Vorsitzender Andreas Humbert (parteilos). Um diese Summe zahlen zu können, hat der Verein einen Kredit bei der Bank aufgenommen. Ohne die Zuschüsse von der Gemeinde solle dieser bis 2031 abbezahlt sein, so Humbert.

Gemeinde zahlt Sportvereinen Geld für Rasenpflege

Neu wäre es zumindest aber nicht, dass dem TuSpo für die Pflege der Sportplätze Zuschüsse von der Gemeinde gezahlt werden. Seit 2014 erhält der Sportverein eine jährliche Zahlung – mittlerweile 2000 Euro. „Der Vertrag ist damals geschlossen worden, um die Gemeinde von den Pflegearbeiten des Sportplatzes finanziell zu entlasten“, erklärt Ausschussmitglied Dennis Pletz (SPD), der auch zweiter Vorsitzender des TuSpo ist.

Diese Pflegegelder bekomme laut Bauamtsleiter Helge Wolf jeder Sportverein dieser Gemeinde. Denn: Alle Sportplätze würden der Gemeinde gehören, aber genauso wie beim TuSpo von den örtlichen Vereinen gepflegt werden. Der Betrag hänge jedoch von der Nutzung und Relevanz der Plätze ab. So würden der Verein für Leibesübungen (VfL) Sehlem und der TuSpo mehr Zuschüsse erhalten als beispielsweise der Turn- und Sportverein (TSV) Woltershausen.

Sportplätze sollen gegenübergestellt werden

Doch einfach durchgewinkt wird die Beschlussvorlage am Montag trotzdem nicht: „Die Zustimmung würde bei den anderen Sportvereinen der Gemeinde Belange wecken“, gibt Ausschussmitglied Bastian Bruns (CDU) zu bedenken. Außerdem fände er es den anderen Vereinen gegenüber unfair, da diese in der Vergangenheit beispielsweise keine Zuschüsse für Flutlichtanlagen erhielten. „Der Zuschuss an sich wäre nichts Neues, nur würde aus einer jährlichen Zahlung eine Einmalzahlung werden“, versucht Humbert die Ausschussmitglieder zu überzeugen.

Trotzdem fordern die Ausschussmitglieder, alle Sportvereine der Gemeinde künftig nach gleichen Standards zu behandeln. Und um das zu erreichen, brauche es erstmal eine Gegenüberstellung von Nutzung und Wertigkeit jedes einzelnen Sportplatzes. „Bis wir die haben, vergehen Monate“, gibt Humbert zu bedenken. „Diese Monate nehmen wir uns ständig, beispielsweise, wenn es um die Straßenbeleuchtung geht. Also warum nicht auch hier“, lenkt Tobias Fischer (SPD) als beratendes Ausschussmitglied ein. „Der einzige Weg ist es, die Verträge mit dem TuSpo als Muster zu nehmen und die anderen Verträge neu aufzustellen“, findet Pletz.

Bis zum nächsten Bauausschuss wird das wohl nicht regelt sein

Und darauf können sich die Mitglieder des Bauausschusses schließlich mit nur einer Enthaltung auch einigen. Die Verträge zwischen den Sportvereinen und der Gemeinde sollen nun einander gegenübergestellt und ein neuer Vertragsentwurf für den TuSpo ausgearbeitet werden. Beim Vertragsentwurf zeigt sich Humbert zuversichtlich, dass dieser bis zum nächsten Bauausschuss am Mittwoch, 1. Oktober, erstellt ist. Doch mit der fertigen Gegenüberstellung und der Bewilligung des Zuschusses rechnet Humbert dann noch nicht. „Das ist für mich als TuSpo-Vorsitzender in Ordnung, aber das hätte auch schon früher geklärt werden können“, findet er.

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