Alfeld - „Ekelhaft“, schimpft eine Mutter, „das ist einfach ekelhaft.“ Die Alfelderin, die ihren Namen nicht nennen möchte, meint den Zustand eines Sandkastens auf einem Spielplatz in der Alfelder Innenstadt. Wenn ihr Kind dort buddele, grabe es immer mal wieder Tierkot aus. Und sie ist nicht die Einzige, die sich über den Zustand der städtischen Spielflächen ärgert. Auch auf Facebook wurde kürzlich lebhaft darüber diskutiert. Regelmäßig würden Tierkot, Scherben und anderer Müll verschiedene Spielplätzen im Stadtgebiet verschmutzen. Sauer sind sie auf die Tierhalter – aber auch auf die Stadt. Die kontrolliere und reinige die Plätze nicht ausreichend.
Für 50 Spielplätze ist der städtische Bauhof zuständig, inklusive der Spielflächen an Kindergärten und Schulen. Die Beschwerden der Eltern sind Bauhofsleiter Constantin Zimmermann nicht neu. „Ein Dauerthema“, sagt er. Am Montagnachmittag dreht er eine Runde über den Spielplatz an der Kalandstraße. Zahlreiche Kinder toben über die Anlage, etliche Eltern sitzen auf den Sitzbänken, beobachten ihren Nachwuchs und klönen. Zimmermann wirft einen Blick über Sandflächen, Wege und Begrünung. „Ich würde sagen, alles in Ordnung“, sagt Zimmermann, „nur das große Klettergerüst ist aktuell noch gesperrt.“ Er warte auf die Fachfirma, die es endlich repariert.
Verbote aussprechen?
Aber er weiß auch, am nächsten Morgen kann es auf dem Spielplatz schon wieder ganz anders aussehen. Gegen Abend wechsele das Klientel auf dem Platz, dann bleiben schon mal Scherben zurück, ergänzt Hans-Günther Scharf, Pressesprecher der Stadt. Das gelte für einige Spielplätze im Stadtgebiet. Doch den zumeist jungen Leuten den Aufenthalt dort zu verbieten, bringe nichts, „das verlagert das Problem nur“.
Die Stadt setzt auf regelmäßige Kontrollen – und auch auf die Mithilfe der Mitbürger und Mitbürgerinnen. Zu Zimmermanns Bauhoftruppe gehört ein Mitarbeiter, der sich mit einer vollen Stelle ausschließlich um die Spielplätze kümmere. Im Schnitt besuche er jeden Spielplatz einmal in der Woche, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Wenn sich zwischendurch Scherben oder Müll anfinden, könnten die Bürger das melden. „Auf jedem Spielplatz steht ein Schild mit unserer Telefonnummer. Wir kommen dann auch schnellstmöglich“, sagt Zimmermann. Scharf verweist auf das Meldesystem auf der Webseite der Stadt: „Da lässt sich sogar ein Bild hochladen.“ Die Leute würden davon durchaus Gebrauch machen. Am Ende bleibe aber natürlich auch immer die Frage, ob Flaschen, Scherben und Kippen überhaupt auf den Anlagen herumliegen müssten. Immerhin stünden überall Mülleimer.
Ein vielleicht sogar noch größeres Problem ist der Tierkot auf den Spielplätzen. „Wobei man sagen muss, Hunde sind nicht unser Problem“, so Zimmermann. Es seien vielmehr freilaufende Katzen, die auf einigen Spielplätzen für großen Ärger sorgen. „Zum Beispiel auf der Anlage an der Dr.-Jansen-Straße“, erklärt Zimmermann. Die sogenannten Freigänger würden den Spielplatz als Katzenklo nutzen: den Sandkasten aber auch die Zonen, die mit Sand als Fallschutz aufgefüllt sind. Seine Mitarbeiter hätten das Areal dort schon genau in den Blick genommen: Sechs bis acht Katzen würden allein dort regelmäßig gesichtet.
Sandkästen abschaffen?
Und was lässt sich dagegen tun, dass die Vierbeiner ihren Kot dort einbuddeln? „Nichts“, sagt Zimmermann. Abdeckungen sind nicht möglich, abschreckende Pflanzen spätestens nach dem ersten Regen wirkungslos. Bliebe nur die Sandkästen abzuschaffen? „Das kann ja keiner wirklich wollen“, sagt Scharf. Also Bußgelder gegen die Katzenbesitzer? Die kenne man zum einen gar nicht. Zum anderen ließe sich auch nicht zweifelsfrei feststellen, welche Katzen denn nun wirklich in den Sand gemacht hätten. „Das Problem ist unlösbar“, sagt Zimmermann.
Scharf und er appellieren weiter an alle Bürger und Bürgerinnen sich für die Allgemeinflächen verantwortlich zu fühlen. Heißt: Müll zu vermeiden oder zu melden, wenn sie welchen entdecken. Und die Katzen? „Die müssen wir akzeptieren“, sagt Scharf.
