„hört hört“-Finale

Feeling Blue aus Bad Salzdetfurth gewinnen Hildesheims Musik-Grand-Prix

Hildesheim - Erneut steht beim Musik-Grand-Prix „hört!hört“ eine Formation aus Bad Salzdetfurth ganz oben auf dem Siegertreppchen. Allerdings gibt es eine schlechte Nachricht.

Hildesheim - Feeling Blue sind die Gewinner des diesjährigen „hört!hört!“-Finales. Die für Bad Salzdetfurth beim Musik-Grand-Prix in der Region Hildesheim antretende Band konnte in der Wertungskombination aus Publikum, Fachjury und Gemeindevertreterjury die meisten Punkte einsammeln und den Wanderpokal mit nach Hause nehmen, der damit nach 2017 erneut nach „Badse“ ging. 17 Künstler und Formationen hatten sich auf der Bühne Instrumente und Mikros in die Hand gegeben und für einen abwechslungsreichen und vielseitigen Abend in der Halle 39 gesorgt. Kleiner Wermutstropfen: Der erste Preis für Feeling Blue war dann auch gleich der letzte für die aktuelle Besetzung, denn die meisten der schulübergreifenden Combo gehen nach ihrem bestandenen Abitur weg aus der Region.


Fans machen deutlich, wen sie an der Spitze sehen. Foto: Claus Kohlmann

Das von Arnd Heuwinkel und Marion Schorrlepp moderierte Finale zeigte eine Bandbreite an Stilen und Besetzungen, die genau die Intention des Wettbewerbs treffen: die kulturelle Vielfalt des Landkreises Hildesheim abzubilden und vor allem, ihr eine Bühne zu geben. Genau in diese Kerbe schlug auch Hildesheims Oberbürgermeister Ingo Meyer in seinem Grußwort. Neben der Freude, dass der Grand Prix endlich wieder stattfinden konnte, stellte er fest, dass die Region in den vergangenen Jahren weiter zusammengewachsen sei. Und das sei nicht zuletzt auch ein Verdienst der Kulturszene des Landkreises. Sein Dank galt allen Beteiligten und speziell dem Netzwerk Kultur & Heimat für die Idee.


Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises schmettern das Niedersachsenlied. Foto: Claus Kohlmann

Die stellvertretende Landrätin Waltraud Friedemann erinnerte an verschiedene Aktionen. Eine Weltpremiere gab es im Vorprogramm auch noch: Der Chor der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises intonierte auf der Bühne die erste Strophe des Niedersachsenliedes.

Solokünstler, Bands und zahlenmäßig große Formationen hatten sich in den lokalen Vorentscheidungen der jeweiligen Gemeinden für das Finale qualifiziert und gingen nun für diese ins Rennen. Die Qualität war durchgängig hoch an diesem Abend, der erst nach 23 Uhr mit dem Siegertitel „Your Got My Back“ von Ben l’Oncle Soul sein Ende fand. Die Mischung aus Ska und Reggae kam noch mal so gut an, dass Feeling Blue sogar eine Zugabe hinterherschieben mussten.


Starker Auftritt: die Ambergauer. Foto: Claus Kohlmann

Ein paar Acts stachen noch mehr hervor. Direkt zu Beginn legten Die Ambergauer, die für Bockenem starteten, die Messlatte sehr hoch. Die Gemeinde hatte sich entschieden, keinen Vorentschied zu veranstalten, sondern einfach aus den verschiedenen Formationen eine zu machen. Die beispiellose Mischung aus Chor, Blockflöten- und Blechbläserensemble und einer Rockband brachte mit „Stop The War“ ein aktuelles Thema bombastisch auf die Bühne.

Mit „Ab Vier“ von Hektik 311 kam internationales Flair und Charttauglichkeit in die Halle 39. Das Leinebergland-Duo At Venture, auch 2017 schon dabei gewesen, interpretierte „Dear Mr. President“ von Pink mit Gänsehautfeeling. Für den intimsten Moment sorgte Just2ofUs aus Diekholzen: Die Gitarre wollte sich nicht verstärken lassen, also erklang „Pokerface“ von Lady Gaga komplett unverstärkt. Und war in der gesamten Halle zu hören, denn die mehreren hundert Zuschauer waren mucksmäuschenstill. Benni aus Alfeld hatte mit seinem Titel „Alles zu seiner Zeit“ einen Text über den Lebensweg mit Humor und Nachdenklichkeit im Gepäck. Starqualitäten zeigte Manuel Schauer für Sibbesse mit der Eigenkomposition „Wenn Dein Herz zerreißt“.


Hunderte Zuschauerinnen und Zuschauer eheben sich zum Flashmob. Foto Claus Kohlmann

Aber nicht nur auf der Bühne gab es Aktivitäten: Angeleitet von Arnd Heuwinkel musste sich auch das Publikum mehrmals beteiligen. Sehr schön anzusehen war der Rekordversuch des größten Flashmobs in der Geschichte „Niedersachsens, Hildesheims, der Halle 39“. Überhaupt waren die Zuschauer ein großer Bestandteil des gelungenen Finales. Jeder Auftritt wurde bejubelt, als wäre es der beste gewesen. Und im Grunde waren ja auch alle Gewinner.

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