Für Katastrophen gewappnet

Bundesweiter Warntag: Viele Sirenen heulen heute wieder probeweise – auch in der Region Hildesheim

Kreis Hildesheim - Per Ton oder per Text wird die Bevölkerung bundesweit am 10. September testweise gewarnt. Das geschieht über Sirenen, Warn-Apps und Handys, Radio und Fernsehen, Lautsprecher oder soziale Medien. So läuft es ab.

Es wird laut in Stadt und Landkreis Hildesheim: Alle einsatzfähigen Sirenen werden am Warntag, 10. September, gleichzeitig ertönen. Foto: Jens Büttner

Kreis Hildesheim - Alarm mit Ankündigung: Am heutigen Donnerstag, 10. September, wird es laut in Stadt und Landkreis Hildesheim. Am bundesweiten Warntag – es ist immer der zweite Donnerstag im September – werden probeweise die Sirenen heulen. Auch weitere Alarmmöglichkeiten werden geprüft. Hier eine Übersicht zum Warntag.

Um wie viel Uhr geht der Alarm los?

Um 11 Uhr werden deutschlandweit die unterschiedlichen Warnkanäle getestet. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe löst dabei zentral eine Probemeldung an alle angeschlossenen Warnmultiplikatoren aus. Dazu gehören Sirenen, Radio und Fernsehen, verschiedene Warn-Apps wie in Hildesheim BIWAPP sowie die Warnung über Cell Broadcast aufs Handy. Im Landkreis Hildesheim zählen dazu auch mobile Lautsprecherdurchsagen sowie Drohnen. In Hildesheim wird zudem über die sozialen Medien (Facebook, Instagram) von Stadt und Berufsfeuerwehr sowie dem WhatsApp-Kanal der Stadt gewarnt.

Warum so ein großer Warnmittel-Mix?

Viele und unterschiedliche Kanäle sollen eine große Reichweite garantieren, sodass möglichst viele Menschen im Ernstfall schnell erreicht werden.

Wer löst den Sirenen-Alarm aus?

Die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Hildesheim löst den Sirenen-Alarm aus. – acht weitere sollen noch bis Ende des Jahres fertiggestellt werden, so die Ankündigung der Stadt. Ebenso im Kreisgebiet, wo überall Sirenen existieren und einsatzbereit sind.

Was genau für ein Signal ertönt dann überall?

Zunächst wird ein einminütiger auf- und abschwellender Warnton zu hören sein. Das ist der allgemeine Warnton für Gefahren.

Womit sollte dieser Sirenenton nicht verwechselt werden?

Mit dem Feueralarm: Der besteht aus einem Dauerton, der dreimal hintereinander jeweils 15 Sekunden lang ertönt.

Im Bereich der Gemeinde Holle wird diesmal noch spezieller getestet?

Dort werden sogenannte mobile Warnmittel geprobt: Fahrzeuge und eine Drohne mit Lautsprecheranlagen der Katastrophenschutzeinheiten sowie Feuerwehrfahrzeuge mit Durchsagen zur Warnung und Entwarnung.

Wann ist der Probealarm vorbei?

Die Entwarnung erfolgt um 11.45 Uhr durch einen einminütigen Dauerton. Der wird ebenfalls über die Geräte ertönen, die zuvor die Warnungen verschickt hatten.

Was passiert beim Warntag auf dem Handy?

Das System Cell Broadcast sendet die Nachricht wie ein Radio- oder TV-Signal direkt an alle Handys, die gerade in einer Funkzelle eingewählt sind. Das schrille Signal stoppt meist nach kurzer Zeit von selbst oder die Meldung lässt sich auf dem Display bestätigen und wegdrücken. Die Entwarnung wird ebenfalls kurz signalisiert.

Lässt sich der Warnton vermeiden, weil man beispielsweise gerade in einem Meeting ist?

Ja. Wer sein Smartphone ausgeschaltet oder auf Flugmodus gestellt hat, kann den Warnton umgehen. Die Nachricht wird nicht gespeichert und später zugestellt.

Was ist das Ziel dieses bundesweiten Warntags?

Bund, Länder sowie teilnehmende Landkreise, selbstständige und kreisfreie Städte und Gemeinden erproben unterschiedliche Funktionen, um die Bevölkerung in einem Ernstfall warnen zu können. Mögliche Schwachstellen bei den technischen Abläufen können so optimiert werden. Ebenso sollen die Bürgerinnen und Bürger Routine im Umgang mit den bestehenden Informationswegen gewinnen und für mögliche Ernstfälle sensibilisiert werden.

Was für Ernstfälle könnten das sein?

Bei allen großen Gefahren und Krisen wie Naturkatastrophen, Terroranschlägen, kriegerischen Angriffen, Chemieunfällen, Unwettern.

Seit wann gibt es den bundesweiten Warntag?

Seit 2020 ist es der fünfte bundesweite Warntag, 2021 fiel er aus. Während die Premiere seinerzeit wegen überregionaler Abstimmungsprobleme nicht gut funktionierte, klappte es 2022 und 2023 besser: Nach einer Umfrage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (kurz BBK) konnten so 96 Prozent aller Befragten erfolgreich gewarnt werden. Inzwischen ist der zweite Donnerstag im September als fester Termin für den Test etabliert.

Wo gibt es weitere Infos?

Eine Übersicht zu den Sirenenstandorten ist auf der Homepage der Stadt Hildesheim www.stadt-hildesheim.de/bevoelkerungsschutz abrufbar, ebenso die Sirenentöne und deren Bedeutung. Weitere Infos bietet auch der Flyer „Sirenenalarm – Bedeutung der Sirenensignale und Handlungsempfehlungen“. Dieser steht digital unter www.stadt-hildesheim.de/sirenensignale zum Download zur Verfügung. Außerdem liegt er im Rathaus an der Infostelle, Markt 2, aus. Zusätzliche Infos zum Warntag auch auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.warnung-der-bevölkerung.de.

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