Harbarnsen - Was sind schon Nordseewellen oder Ausspannen im Strandkorb gegen das rasante Bobbycar-Rennen in Harbarnsen? Da muss Michael Abbetmeyer nicht lange überlegen. Wegen der Veranstaltung des Bürgervereins hat er seinen Urlaub in Cuxhaven vorzeitig beendet.
„Logisch, dass ich bei einem so besonderen Anlass in meine alte Heimat komme“, erzählt Abbetmeyer, der seit acht Jahren in Köln lebt. Den Kontakt nach Harbarnsen hat der 50-Jährige, der wie durch Zufall auch mit der Startnummer 50 an den Start ging, aber nie verloren. Bereits vor zwei Jahren war er beim ersten Bobbycar-Rennen im Ort dabei.
Den 2. Platz als Ziel
Das hat Abbetmeyer in bester Erinnerung behalten. „Nun gilt es, den dritten Platz zu verteidigen“, erzählt der Rheinländer. Eine Steigerung kann er sich aber schon vorstellen. „Schön wäre es, wenn ich einen Pokal mit nach Köln nehmen könnte“, hofft der Bobbycar-Pilot. Er findet es großartig, dass der Bürgerverein den Modus in diesem Jahr geändert hat. Statt einer Zeitnahme ging es nun darum, wer bei einem direkten Duell von zwei Fahrern als Erster durch das Ziel fährt.
Kein guter Start
Im Laufe der Veranstaltung wurde das Fahrerfeld immer weiter reduziert – bis schließlich der Sieger (siehe unten) feststand. „Die Proberunde ist schon mal ganz gut verlaufen“, so der Wahl-Kölner. Im ersten Durchgang trat Abbetmeyer gegen Jens Wehrhahn aus Harbarnsen an. Der Start verlief für den Harbarnser dann doch nicht so optimal. Wehrhahn verhakte sich mit einem Bein und so kam er auf der Startrampe nicht vom Fleck.
Daraufhin entpuppte sich sein Kontrahent, der auf der etwa 750 Meter langen Strecke am Hohlweg einen guten Start hinlegte, als wahrer Sportsmann: Er brach das Rennen ab und machte sich gemeinsam mit Wehrhahn noch einmal zum Start bereit. „Auf diese Weise möchte ich am Ende nicht gewinnen“, meinte der ehemalige Harbarnser.
42 kleine und große Akteure
Im zweiten Anlauf lief dann alles glatt. Beide kamen im Ziel an, Abbetmeyer hatte die Nase vorn. Damit war er weiter im Rennen um den Sieg beim zweiten Bobbycar-Rennen, das wieder von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern besucht wurde. Insgesamt gingen 42 kleine und große Leute an den Start. Gestartet wurde in drei Altersklassen, außerdem in einem eigenen Tuning-Durchgang, den am Ende Felix Moch, Jessica Surmann und Sascha Surmann als einzige Starter unter sich ausmachten.
Gefährt selber gestalten
Während in den regulären Rennen sechs vom Veranstalter gestellte Mini-Rennautos den Berg hinunterbrausten, konnte in der freien Klasse jeder sein Gefährt ein wenig nach eigenen Regeln ausstatten, zum Beispiel mit sportlichen Reifen. „Aber auch die Lenkung habe ich ein wenig modifiziert“, berichtet Felix Moch.
„Das ist schon eine tolle Kulisse. Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden. Dazu konnten die Bedingungen auf der Strecke bei 22 Grad Celsius kaum besser sein. Es hat einfach alles gepasst“, freut sich der Vorsitzende des Bürgervereins, Lars Preuße. Das nächste Bobbycar-Rennen wird voraussichtlich in zwei Jahren ausgetragen.
Das sind die Sieger
Sechs bis zehn Jahre: 1. Hauke Funke, 2. Felix Brand, 3. Linus Springer.
Elf bis 15 Jahre: 1. Till Aigner, 2. Moritz Anders, 3. Jonathan Niemann.
16 bis 99 Jahre : 1. Finn Bohnsack, 2. Christian Landgraf, 3. Eric Landgraf.
Tuningklasse: 1. Felix Moch, 2. Jessica Surmann, 3. Sascha Surmann.
mit Michael Vollmer


