Baumärkte

Hagebau ist in Alfeld bald Geschichte – so geht es mit dem Baumarkt weiter

Alfeld - Der angekündigte Wechsel von Hagebau zu OBI steht unmittelbar bevor. Der Betreiber äußert sich erstmals zu den Gründen – und erklärt, wo er Vorteile für die Kunden erwartet. Und was ist mit dem Hagebau-Markt in Gronau?

So sieht es nicht mehr lange aus: Der Alfelder Hagebau wird zu einem OBI-Markt. Foto: Ulrich Meinhard

Alfeld - Der Hagebau-Markt in Alfeld ist in wenigen Tagen Geschichte und firmiert vom neuen Jahr an unter OBI. Das gilt zudem für die Standorte in Hildesheim und Sarstedt sowie in vier weiteren Orten außerhalb des Landkreises. Hintergrund: Die Hildesheimer Firmengruppe Stammelbach Karl Krüger GmbH & Co. KG, die die Märkte in Alfeld und den anderen Orten betreibt, wechselt als Franchisenehmer von Hagebau zu OBI. Krüger hat in Alfeld 22 Beschäftigte.

Mitgründer von Hagebau

Nun werden neue Details bekannt. Unter anderem übernimmt das Familienunternehmen einen zusätzlichen Baumarkt in Hildesheim. Zum anderen äußert sich der geschäftsführende Gesellschafter Karsten Krüger erstmals zu den Gründen für den Wechsel des Partners – und zu Veränderungen, die die Kundinnen und Kunden erwarten.

Für die Krügers ist es eine Zäsur, daraus macht Karsten Krüger keinen Hehl. Seine Familie sei Gründungsgesellschafter gewesen, als Hagebau vor 61 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Über sechs Jahrzehnte verkauften die Hildesheimer Unternehmer ihre Waren als Franchisenehmer der Hagebau-Gruppe.

„Leise Eröffnung“

Doch damit ist bald Schluss. Am Samstag, 3. Januar, öffnen die Baumärkte erstmals unter dem orangefarbenen OBI-Logo. „Am 2. Januar bleiben die Märkte geschlossen, da vollziehen wir die wichtigsten Umstellungen, zum Beispiel an den Kassensystemen“, kündigt Karsten Krüger an. Auch die großen Firmenschilder an den Märkten sollen dann ausgetauscht werden. Der geschäftsführende Gesellschafter spricht allerdings von einer „leisen Eröffnung“.

In den folgenden Wochen laufe noch der Abverkauf von Waren aus der Hagebau-Zeit, Lieferantenwechsel würden vollzogen, ebenso viele kleinere Veränderungen in den Märkten, bis wirklich alles nach OBI aussieht. Für den 9. März plant Krüger in allen Märkten, auch in Alfeld, die offizielle Eröffnung.

Zwei Märkte in Hildesheim

Nur in einem Markt muss Krüger wenig ändern: Zum 1. Januar übernimmt er auch den zweiten Hildesheimer OBI an der Senkingstraße als Franchisenehmer. Bislang hatte die Baumarkt-Kette ihn direkt betrieben. „Bei zwei so nahe aneinander liegenden Märkten macht es Sinn, sie aus einer Hand zu betreiben“, erklärt Krüger. Auch stelle sich für ihn nicht die Frage, auf einen der beiden Standorte zu verzichten. „Sie haben sehr unterschiedliche Stärken und Schwerpunkte und ergänzen sich gut.“

So habe die Niederlassung in Ochtersum einen besonders großen Gartenbereich, der Markt in der Nordstadt sei vor allem stark im Bau- und Projektgeschäft und habe auch viele Kleinunternehmer unter seinen Kunden. Auch alle Beschäftigten in beiden Märkten – 77 in der Senkingstraße und 62 in Ochtersum – sollen bleiben, betont Krüger: „Die sind ja alle operativ tätig.“ Ein weiterer Aspekt, der für Krüger für den Fortbestand des Marktes an der Senkingstraße spricht: Durch die Neueröffnung des Marktkauf-Marktes im ehemaligen Real nebenan „hat sich die Kundenfrequenz an dem Standort noch einmal erhöht.“

Was kann OBI besser als Hagebau?

Doch wie kam es eigentlich zu dem Wechsel von Hagebau und OBI? „Wir haben uns das nicht leicht gemacht, aber es gibt einige Aspekte, die zu der Auffassung geführt haben, dass OBI der leistungsstärkere und zukunftssicherere Partner ist“, erklärt der Hildesheimer Unternehmer.

Unter anderem führt er Einkauf und Marketing bei OBI an, aber auch „schlankere, digital unterstützte Prozesse“. Diese wiederum sollten dazu führen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzliche Zeit für ihre eigentliche Aufgabe gewinnen – „die Beratung der Kunden“. Überhaupt scheint die Digitalisierung bei OBI weiter vorangeschritten, was auch andere Händler, die derzeit wechseln, anführen.

Lob für die App

Karsten Krüger nennt als Beispiel hierfür die „Hey OBI“-App. Die biete aus seiner Sicht mehr Vorteile als die Partnercard von Hagebau, mit der viele Kundinnen und Kunden bislang in der Regel drei Prozent Rabatt erzielen. „Sie ist deutlich attraktiver für die Kundschaft“, ist Krüger überzeugt. „Vieles ist dauerhaft günstiger, die App ist individualisiert auf den persönlichen Bedarf, und das Reservieren und Abholen von Waren ist darüber deutlich einfacher.“

Um den Wechsel zu OBI vorzubereiten, seien die Beschäftigten seit Monaten in Schulungen, berichtet Krüger. Gleichwohl werde der anstehende Umstellungsprozess „noch sehr umfangreich“. Ein neues IT-System, neue Abläufe, neue Lieferanten, neue Produkte, eine neue Sortierung in den Märkten – am Anfang müssten die Kundinnen und Kunden sicher auch das eine oder andere Mal Verständnis haben, wenn nicht alles sofort so schnell gehe wie gewohnt. Langfristig aber, davon ist der Hildesheimer Unternehmer überzeugt, sei der Wechsel zu OBI richtig – so schwer die Trennung von Hagebau auch gefallen sei.

In Gronau bleibt es Hagebau

Außer Alfeld, Hildesheim und Sarstedt betrifft dies auch die Krüger-Märkte in Holzminden, Seesen, Empelde (Region Hannover) und Gernrode (Sachsen-Anhalt). Nicht betroffen ist hingegen der Gronauer Hagebau-Markt. Dieser hat einen anderen Betreiber.

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