Alfeld - Die Marktmusiken in der Alfelder St.-Nicolai-Kirche gehören im Sommer zum kulturellen Leben dazu: ein etabliertes Angebot. Doch seit Ende Juni ist erst einmal Sommerpause. Am 28. Juni erklang das bislang letzte Kurzkonzert, dafür sorgte das Kammerorchester der Musikschule Alfeld. Aber einmal geht jede Sommerpause zu Ende.
Im Fall der Marktmusiken wird das am Samstag, 16. August, soweit sein. Dann startet Teil zwei der Reihe. Vom 16. August bis zum 27. September lädt die evangelische Gemeinde unter dem Motto „Kultur und Kulinarik“ jeden Samstag, ab 11 Uhr, zu einer Auszeit in die Alfelder Stadtkirche ein.
Einkauf und Einkehr werden in Alfeld zusammengebracht
Das Wort Kulinarik findet sich im Titel, weil eine Gruppe aus der Kirchengemeinde in der Regel Kosthäppchen vorbereitet und anbietet. Der Titel bezieht sich aber auch auf die samstäglichen Wochenmärkte, wo Erzeuger aus der Region Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Brot und Kuchen, Wurst, Eier, Honig und anderes mehr anbieten. Die Idee dahinter: Zuerst zum Einkauf auf den Markt und dann mit den vollen Einkaufstüten zum Innehalten und Musikgenießen in die Kirche.
Seit dem Jahr 2023 werden die Marktmusiken wöchentlich angeboten, dafür sorgte Nicolai- und Kirchenkreiskantor Tobias Langwisch. Zuvor erklangen die Konzerte nur monatlich. Das neue und wesentlich intensivere Format wird von den Alfelderinnen und Alfeldern gut angenommen. Das versichert Langwisch im Gespräch mit dieser Zeitung.
„Natürlich ist die Resonanz unterschiedlich. Es kommt darauf an, was auf dem Programm steht, welche Art von Musik erklingt“, sagt der Kirchenmusiker. Er fügt an: „Und es ist auch wetterabhängig. An Regentagen gehen weniger Menschen auf den Markt. Folglich kommen auch weniger in die Kirche.“ Auf jeden Fall gebe es positive Rückmeldungen von Besuchern der Konzerte.
Das sind die Konzertangebote nach der Sommerpause
Die starten nun also wieder am 16. August (immer ab 11 Uhr). Den Anfang machen Till Hieronymus und Tobias Langwisch, der eine spielt auf der Oboe, der andere auf der Orgel. Eine Woche später, am 23. August, ist das Flötenensemble St. Nicolai zu hören, es spielt unter der Leitung von Gudrun Bosman. Der 30. August ist durch die Musikschule Alfeld besetzt.
Der Musikzug Delligsen unter Leitung von Till Hieronymus steht am 6. September auf dem Programm. Am 13. September gibt das Kammermusikensemble St. Nicolai ein Konzert. Julia Kröner, Christiane Wiegand-Richter und Tobias Langwisch werden am 20. September ein kurzes Konzert für zwei Violinen und Orgel spielen. Zu guter Letzt treten am 27. September Frank Westphal & Heike Röhnsch in der St.-Nicolai-Kirche auf mit Musik, die auf Klavier und Flöte gespielt wird.
Alfelder Orgelherbst mit dem Virtuosen Sietze de Vries
Damit klingen die diesjährigen Marktmusiken und der Sommer aus. Doch es gibt keinen Grund zum Traurigsein, denn mit dem Alfelder Orgelherbst geht es musikalisch weiter. Der beginnt am Sonntag, 5. Oktober (17 Uhr), mit dem „Ruf der Berge“. Den bringen Thomas Crome (Karlsruhe) und Renate Meyhöfer-Bratschke (Lilienthal) mit Orgel und Alphorn beziehungsweise Horn zum klingen. Am Sonntag, 12. Oktober (17 Uhr), heißt es „Transkriptionen und Improvisationen“: Sietze de Vries aus Groningen in den Niederlanden wartet mit seinem Orgelspiel auf.
Langwisch dazu: „Sietze de Vries ist ein internationaler Orgelvirtuose, vor allem im Bereich der Improvisation“, würdigt er den 52-jährigen Kirchenmusiker. Und das dritte Konzert im Bunde erklingt am Sonntag, 19. Oktober (17 Uhr), mit Hauke Rüter (Trompete) und Tobias Langwisch (Orgel). Beide haben es unter die Überschrift „Sound the Trumpet“ gestellt.
