Alfeld/Brunkensen - 20 von 22 Delegierten des CDU-Stadtverbandes Alfeld haben Andreas Behrens am Montagabend in Brunkensen in geheimer Wahl zum Kandidaten der Christdemokraten für das Amt des Alfelder Bürgermeisters ihre Stimme gegeben. Zwei enthielten sich.
Damit geht der Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat bei der Kommunalwahl am Sonntag, 13. September nächsten Jahres, zum dritten Mal als Kandidat der CDU ins Rennen. 2016 und 2021 hatte er die Stichwahl gegen den aktuellen Amtsinhaber Bernd Beushausen (SPD) verloren. Behrens hatte in den vergangenen Monaten kein Geheimnis um sein Interesse an einer erneuten Kandidatur gemacht. Nicht bewahrheitet hatte sich an dem Abend, dass es noch weitere Interessenten in den Reihen der CDU gibt. Behrens stand als einziger Kandidat zur Wahl.
Seit 2016 im Rat
Der 52-jährige gebürtige Wolfsburger gehört dem Alfelder Rat seit 2016 an und ist seitdem auch Fraktionschef seiner Partei. Für ihn steht fest: „Die Stadt ist nicht so schlecht wie sie geredet wird.“ So koste die Kommune das „7-Berge-Bad“ wahnsinnig viel Geld – derzeit 2,3 Millionen Euro pro Jahr. Doch die Stadt schaffe es nicht, „vernünftige Öffnungszeiten für dieses Bad hinzubekommen“. Da fehle nach Behrens Meinung einfach die wirtschaftliche Denke in der Verwaltung.
Ähnlich sei es bei der neuen Kultur- und Begegnungsstätte (Kuba). „Es ist ein tolles Angebot in der Stadt, aber an der Weiterführung fehlt es“, so der CDU-Politiker. Gleiches gelte auch für den Tourismusbereich. Es würden Projekte angeschoben, die anschließend versandeten. „Alfeld wird in den letzten Jahren nur noch verwaltet, nicht vorangebracht“, lautet sein zentraler Vorwurf. Es gehe nichts voran.
Behrens hofft auf „Sensation“ wie in Dortmund
Sein Ziel im Falle einer gewonnenen Bürgermeisterwahl sei es, eine Aufbruchstimmung in der Stadt zu erzeugen und den herrschenden Fatalismus zu beseitigen. Die CDU stehe vor der einmaligen Chance, wie in Dortmund, das seit Jahrzehnten von der SPD gehaltene Rathaus zu erobern.
Vor seiner Wahl hatte die ehemalige niedersächsische CDU-Landwirtschaftsministerin und aktuelle Landtagsvizepräsidentin Barbara Otte-Kienast in der Sitzung dazu ermuntert, mit Leidenschaft, Bodenständigkeit und Empathie in den Bürgermeisterwahlkampf in der Leinestadt zu gehen.
Die stellvertretende Alfelder CDU-Stadtverbandsvorsitzende Peggy Keyser hatte Behrens auf ein breites Aufgabenspektrum eingeschworen. Bei dieser Wahl gehe es auch darum, nah bei den Bürgern zu sein, deren Wünsche zu verstehen und sie umzusetzen, so die Stadtverbandssprecherin.
Von Thomas Jahns
