Bockenem - Katharina Spengler (44) geht für die CDU am 13. September 2026 bei der Bürgermeisterwahl in Bockenem ins Rennen. Das war abzusehen, seitdem sie kürzlich erklärt hatte, nicht noch einmal als Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes zu kandidieren, den sie seit zwei Jahren führt. Nun ist es offiziell: Spengler will Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt werden. Die Bockenemer CDU nominierte sie am Donnerstagabend einstimmig. „Das Ergebnis freut mich sehr“, sagt sie am Tag danach, „ich war richtig gerührt.“
Politisch hat Spengler schon einiges an Erfahrung vorzuweisen. Aktuell ist sie Mitglied im Hildesheimer Kreistag, im Bockenemer Stadtrat und im Ortsrat von Königsdahlum, wo sie aufwuchs, außerdem stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Bockenem sowie Parteichefin auf Ebene des Kreis- und Stadtverbandes. Bei der potenziellen Nachfolge des amtierenden parteilosen Bürgermeisters Rainer Block, der nicht wieder antritt, ist allerdings vor allem eines gefragt: Erfahrung als Führungskraft einer Verwaltung. Die bringt Spengler nach eigener Überzeugung mit: „Als Fachbereichsleiterin bei der Diakonie Himmelsthür war ich für bis zu 100 Mitarbeitende verantwortlich“, sagt sie.
Einstimmig gewählt
Die Bockenemer Christdemokraten hat sie schon mal überzeugt. Bei der Aufstellungsversammlung habe schon ein inoffizieller Wahlslogan die Runde gemacht, erzählt sie schmunzelnd: „Wählt Spengler im September.“ Aus den Reihen der anderen Parteien hat bisher noch niemand seinen Hut in den Ring geworfen und öffentlich Interesse an einer Kandidatur erklärt. Mehr als in anderen Kommunen des Kreisgebietes steht wegen ihrer guten lokalen Ergebnisse auch die AfD im Fokus. „Wir werden uns in der CDU im Wahlkampf auf unsere eigenen Schwerpunkte konzentrieren“, betont Spengler mit Blick auf mögliche Konkurrenz, „und nicht auf Gegnern herumhauen.“
Die Schwerpunkt-Themen
Und was sind ihre Schwerpunkte? Zum einen natürlich die Windenergie, die im Ambergau seit Monaten die Gemüter erhitzt. „Wir sind nicht grundsätzlich dagegen“, betont die Kandidatin, „aber es ist ein Unterschied, ob rund um Bockenem 30 oder 70 Windräder stehen. Da muss die Stadt weiter versuchen, Einfluss zu nehmen.“ Dringend müsse es beim Hochwasserschutz entlang der Nette Fortschritte geben, „das ist ja schon seit vielen Jahren ein Thema.“ Das sei aktuell auch die Integrationspolitik, sagt Spengler. Die Stadt brauche allerdings Hilfe bei ihren Bemühungen, „zum Beispiel durch mehr Polizeipräsenz in Bockenem.“ Ansonsten halte sie nichts davon, große Wahlversprechen zu machen, sagt die CDU-Politikerin. „Entscheidend wird sein, Liegengebliebenes wieder in Bewegung zu bringen und neue Projekte zügig umzusetzen.“ Als Beispiele nennt sie die Dorferneuerung und das Einrichten längst beschlossener Tempo-30-Zonen, die immer noch auf sich warten ließen.
