Delligsen - Der DRK-Kreisverband Weserbergland zieht jetzt Konsequenzen aus der zunehmenden Vermüllung seiner Altkleider-Container – und gibt die Altkleidersammlung im Landkreis Holzminden komplett auf. Davon betroffen sind auch die Sammelstellen in Hohenbüchen und Kaierde.
Schon im Januar hatte der Kreisverband angekündigt, sein Geschäftsmodell aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen auf dem globalen Textilmarkt zu überprüfen. Nun ist die Entscheidung im Landkreis Holzminden gefallen: Bereits zum 30. Juni werden insgesamt zwölf Altkleidercontainer in den Ortschaften Holzminden, Hohenbüchen, Kaierde, Holenberg, Negenborn und Lüerdissen dauerhaft abgezogen.
Hausmüll, Sperrgut und andere Abfälle
„Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltend hohen Müllaufkommens und des damit verbundenen wirtschaftlichen Mehraufwands. Immer häufiger werden die Container nicht nur mit unbrauchbarer Kleidung, sondern auch mit Hausmüll, Sperrgut und anderen Abfällen befüllt oder umstellt“, heißt es in einer Pressemitteilung des DRK-Kreisverbandes.
Die Entsorgung verursache erhebliche Kosten und beeinträchtige die eigentliche Sammel- und Spendenfunktion der Container nachhaltig. „Unter diesen Bedingungen kann und will der DRK-Kreisverband Weserbergland die Sammlung nicht mehr weiterführen“, heißt es weiter. Zudem würden sich strukturelle Veränderungen im Altkleidermarkt negativ auf die Sammelaktivitäten auswirken.
„Völlig andere Rahmenbedingungen“
„Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, weil die Altkleidersammlung seit Jahrzehnten vom DRK in Holzminden durchgeführt wurde“, erklärt Thomas Müller, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbands Weserbergland. „Allerdings haben wir inzwischen völlig andere Rahmenbedingungen. Die Märkte sind gesättigt, das Angebot überreichlich, die Qualität der Kleidung sinkt – und es ist nach Abzug aller Kosten am Ende kein Ertrag mehr zu erzielen.“ Eine neue EU-Richtlinie ziele außerdem in Richtung einer Verwertung durch die Abfallwirtschaft.
Unabhängig davon soll der DRK-Shop in der Holzmindener Innenstadt allerdings weiter betrieben werden. Bürgerinnen und Bürger haben dort die Möglichkeit, gut erhaltene Kleidung direkt vor Ort abzugeben und damit weiterhin zur Unterstützung der sozialen Arbeit beizutragen.
