Beton-Branche

Jobs gesichert: Hildesheimer Unternehmer Knut Bettels kauft Firma im Leinebergland

Banteln/Hildesheim - Der Hildesheimer Knut Bettels erweitert erneut seine Firmengruppe. Diesmal hat er ein familiengeführtes Betonteile-Werk im Landkreis erworben. Wie es zum Verkauf kam, um wie viele Arbeitsplätze es geht – und welches neue Kieswerk in der Nähe den Deal noch attraktiver macht.

Der Hildesheimer Unternehmer Knut Bettels hat die Betonteilwerke Otto Ergezinger mit Hauptsitz in Banteln erworben. Foto: Werner Kaiser (Archiv)

Banteln/Hildesheim - Der Hildesheimer Unternehmer Knut Bettels baut die Kapazitäten seiner Firmengruppe im Bereich der Betonfertigteile weiter aus – und sichert zugleich den Fortbestand eines jahrzehntealten Familienbetriebs im Landkreis Hildesheim. Bettels übernimmt die Firma Betonfertigteilwerk Otto Ergezinger mit Hauptsitz an der Bundesstraße 3 in Banteln sowie einem Zweigwerk in Unseburg (Sachsen-Anhalt). Am Stammsitz in Banteln werden damit nach Angaben des Hildesheimer Unternehmers 20 Arbeitsplätze erhalten, in Unseburg weitere 15.

Bauteile für Umspannwerke

Auslöser für die Übernahme war, dass Andrea Narjes, die als Tochter des Unternehmensgründers und geschäftsführende Gesellschafterin die Bantelner Firma in zweiter Generation geführt hatte, einen Nachfolger suchte. Für Bettels, in der Betonbranche in Hildesheim und auch überregional schon lange stark vertreten, passt die Firma Ergezinger sehr gut ins Portfolio.

Vor allem mit Blick auf Betonfertigteile, die für neue Anlagen im Zuge der Energiewende gebraucht werden, sei das Bantelner Unternehmen prädestiniert. Dabei denkt der Hildesheimer vor allem an Bauteile für Umspannwerke und Trafostationen. In den vergangenen Jahren hatte Bettels mehrere Firmen erworben, die auf Bauteile von Betontürmen für Windräder spezialisiert sind.

Nähe zum neuen Elzer Kieswerk

Ein weiterer großer Vorteil aus Bettels’ Sicht: Nur fünf Kilometer entfernt baut eins seiner Unternehmen gerade ein neues Kieswerk auf einm großen Areal in der Leine-Niederung östlich von Elze auf. Die Förderung dort soll im November dieses Jahres beginnen. „Die sehr geringen Transportkosten von dort aus werden die Wirtschaftlichkeit des Werkes in Banteln substanziell verbessern“, kündigt Knut Bettels an. Zudem ermögliche die geringe Entfernung eine relativ klimafreundliche Logistik.

Bettels will auf dem 74 Hektar großen Gelände bei Elze mit Saugbaggern hochwertigen Kies und Kiessand fördern. Wenn der Betrieb läuft, sollen es rund 250.000 Tonnen Material pro Jahr sein. Die Ausbeutung des Vorkommens ist auf mehrere Jahrzehnte angelegt, es ist eins der größten Projekte dieser Art in der Region.

Bisherige Chefin freut sich

Andrea Narjes betonte mit Blick auf Bettels: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen als Investor gefunden haben, das die Werte und Traditionen der von meinem Vater gegründeten Unternehmen fortführen und die Erfolgsgeschichte innerhalb einer starken Unternehmensgruppe fortschreiben wird.“

Genau das verspricht der Hildesheimer – mit Worten, die für den meist eher sachlich-nüchtern auftretenden Hildesheimer fast schon überschwänglich klingen: „Ich bin sehr stolz, dass mir die Familie Narjes ihr Vertrauen geschenkt hat, die traditionsreiche Firmengeschichte erfolgreich fortsetzen zu können.“ Über den Preis der Übernahme vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

400 Millionen Euro Umsatz

Die Unternehmensgruppe Bettels ist in den vergangenen Jahren vor allem durch Übernahmen von Firmen nach Insolvenzen oder im Zuge der Suche nach Nachfolgern stark gewachsen. Aktuell kommt sie mit rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf einen Jahresumsatz von rund 400 Millionen Euro. Hauptsitz ist am Linnenkamp in Hildesheim-Himmelsthür. Die Firma Betonfertigteile Otto Ergezinger war 1973 in Banteln gegründet worden, 1991 kam das Zweigwerk in Unseburg hinzu.

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