Nahversorgung

Kann man in Wallensen bald im Container einkaufen? Konzept des Anbieters „Dein-Schopp“ kommt im Ortsrat zur Sprache

Wallensen/Thüste - In den vergangenen Jahren schlossen immer wieder Geschäfte in Wallensen, Thüste und Ockensen – kann ein neues Konzept mit Containern den Trend stoppen? Der Ortsrat spricht darüber Ende des Monats. Und möglicherweise sind danach auch die Bürgerinnen und Bürger gefragt.

Steht ein Container-Dorfladen (wie dieser in Elze) bald auch in Wallsensen? Der Ortsrat will sich mit dieser Frage in seiner nächsten Sitzung befassen. Foto: Christian Göke

Wallensen/Thüste - In den vergangenen Jahrzehnten gab es in Wallensen, Thüste und Ockensen einen großen Aderlass in der Infrastruktur, zahlreiche Geschäfte mussten schließen. Der Ortsrat Wallensen ist daher auf der Suche nach Lösungen für die Nahversorgung. Nachdem bekannte Modelle wie „Tante Enso“ aufgrund hoher Anforderungen an die Räumlichkeiten derzeit schwer umsetzbar scheinen, rückt nun eine neue Alternative in den Fokus: das Konzept von „Dein-Schopp.de“.

Am Donnerstag, 29. Januar, gibt es um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Thüste die nächste Ortsratssitzung. Zentraler Punkt auf der Tagesordnung ist die Online-Präsentation des Anbieters „Dein-Schopp.de“. Dieser verspricht eine schnelle Lösung für das Problem der schwindenden Attraktivität ländlicher Gemeinden. Ortsbürgermeister Karl-Heinz Grießner erklärt den Hintergrund: Große Anbieter wie Tante Enso fordern oft Grundflächen von 200 Quadratmetern plus Lagerflächen – Räume, die aktuell nicht zur Verfügung stehen. Ein Investor sei auch noch nicht in Sicht. Das Modell von „Dein-Schopp.de“ sei hingegen kompakter und flexibler.

Ein Container auf dem Gelände des einstigen Ratskellers?

Das Konzept setzt auf einen 72 Quadratmeter großen Container-Shop, der ein Vollsortiment von rund 1600 Artikeln für den täglichen Bedarf bietet – inklusive Kühlung und Tiefkühlung. Der Laden wäre 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche geöffnet. Während der Großteil über Selbstbedienungskassen läuft, soll an einigen Stunden pro Woche Personal vor Ort sein, um klassisches Kassieren, Barzahlung und Beratungsgespräche zu ermöglichen.

Als Standort ist das Grundstück des ehemaligen Ratskellers in Wallensen im Gespräch. „Durch die Containerbauweise könnte der Shop nach Vorliegen aller Voraussetzungen sehr schnell aufgestellt werden“, so Grießner. Der Ortsbürgermeister betont jedoch auch die Kehrseite der Flexibilität: „Wenn das Angebot nicht angenommen wird, können die Betreiber den Shop auch schnell wieder abbauen.“ Besonders wichtig ist dem Ortsrat, dass neue Konzepte keine Konkurrenz zu bestehenden Betrieben darstellen. Vielmehr wird eine Abstimmung und sogar Kooperation angestrebt. Regionalität spielt ebenfalls eine Rolle. Produkte aus der Umgebung sollen bevorzugt ins Sortiment aufgenommen werden.

Auch die Bevölkerung könnte zu Wort kommen

Zur Finanzierung stehen verschiedene Wege im Raum, von Franchise-Modellen bis hin zu Betriebsgenossenschaften. Auch eine Abo-Lösung durch Bürger aus Wallensen, Thüste, Ockensen und Umgebung sei denkbar. Hierbei setzt Grießner auf den Gemeinschaftsgeist: „Es ist auch Solidarität gefragt, damit Menschen mit eingeschränkter Mobilität künftig leichter einkaufen können.“

Wallensen ist mit so einer Idee nicht allein. In Nachbarkommunen, etwa in Deinsen oder Adensen, laufen derzeit ähnliche Bestrebungen zur Neugründung von Dorfläden. Sollte sich der Ortsrat am 29. Januar für das Konzept aussprechen, könnte bereits im Februar eine Bürgerversammlung folgen. Denn am Ende liegt die Entscheidung nicht allein bei der Politik: „Wir können nur den Weg ebnen“, unterstreicht Grießner. „Die Bürger entscheiden letztlich mit ihrem Einkaufsverhalten selbst, ob sie einen solchen Laden dauerhaft haben wollen.“

Von Christian Göke

  • LeineBL
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