Alfeld - Viele Innenstädte haben mit Ladenschließungen und schwindender Gastronomie zu kämpfen, doch für Alfeld gibt es jetzt eine gute Nachricht: In der seit Mitte Juni geschlossenen Kultkneipe Lounge 7 entsteht ein neues Restaurant mit Barbetrieb. Die neue Inhaberin Paola Di Bello renoviert derzeit kräftig. Sie verrät aber schon jetzt ihr Konzept, wann sie öffnen will und warum schon feststeht, wer der erste Gast sein wird.
Die Liebe zur Gastronomie wurde früh geweckt
Paola Di Bello ist im süditalienischen Neapel aufgewachsen. Sie hat ihre Mutter früh verloren und kümmerte sich schon als junges Mädchen um den Haushalt. Mit 14 Jahren fing sie an, neben der Schule in einer Bar zu arbeiten – die Liebe zur Gastronomie war geweckt. In Italien führte die heute 41-Jährige lange Zeit ein eigenes Eiscafé und Restaurant. Vor fünf Jahren entschloss sich Di Bello schließlich, von Italien nach Deutschland, genauer gesagt nach Delligsen, zu ziehen – der Liebe wegen. Schon mit dem Umzug war der Gastronomin aber klar: „Hier werde ich auch ein eigenes Restaurant eröffnen.“
Und in wenigen Wochen soll es schon so weit sein. Und zwar dort, wo 18 Jahre lang die Lounge 7 an der Leinstraße thronte. Von außen ist die Bar noch unverändert. Doch innen haben Di Bello und ihr Partner Vincenzo Guida aus der Kultkneipe schon ein modernes Restaurant gemacht. Bunt verzierte Fliesen, neue Beleuchtung und rustikale Deko lassen auf mediterrane Küche schließen. Doch fertig ist sie mit Umbau und Planung noch nicht. Die Speisekarte und die genauen Öffnungszeiten für ihr neues Restaurant fehlen auch noch – aber der Name steht schon fest.
Alte Familienrezepte und Einflüsse aus anderen Ländern
„Das Restaurant wird Nonna Feli heißen. Es ist nach meiner verstorbenen Mutter Feli benannt“, verrät Di Bello. Und schmecken soll es wie bei einer italienischen Nonna, einer Großmutter. Dafür will die Gastronomin die alten Rezepte ihrer Mutter nutzen – nicht einfach italienisch, sondern neapolitanisch kochen. Die neapolitanische Küche ist laut Di Bello für ihren Büffelmozzarella, Spaghetti und Baba, einen in Rum getränkten Kuchen, bekannt. Neapolitanische Speisen haben aber auch Einflüsse aus der spanischen und griechischen Küche. So auch das Gericht Pasta alla Genovese Napoletana – ein Nudelgericht mit einer für mehrere Stunden eingekochten Soße aus Rindfleisch und Zwiebeln. Um zu testen, was bei den Alfelderinnen und Alfeldern am besten ankommt, will Di Bello am Anfang wechselnde Gerichte auf die Karte setzen.
Fest steht: Pizza, Pasta, Fleischgerichte und Nachspeisen wird es reichlich geben. Nudelteig will sie selbst herstellen und alle Zutaten sollen direkt aus Italien kommen. Doch eins ist ihr wichtiger als alles andere: „Die Preise sollen für alle bezahlbar sein.“ Der Grund: Sie selbst ist Mutter von vier Kindern im Alter von drei bis 17 Jahren. Sie weiß, dass ein Ausflug in ein Restaurant mit der ganzen Familie schnell sehr teuer werden kann. Dem will sie mit niedrigeren, aber fairen Preisen entgegenwirken.
Der erste Gast hat sich bereits angekündigt
Wer doch ein bisschen mehr Geld ausgeben will, für den hat die Gastronomin auch ein Angebot: Drei- bis Fünf-Gänge-Menüs. Diese will sie entweder auf Vorbestellung oder an speziell ausgewählten Abenden anbieten. In ihrem Restaurant soll aber nicht nur gegessen, sondern auch gesungen werden. Denn: Di Bello will Karaokeabende veranstalten – vor allem für junge Menschen. „Es soll wie in einer Taverne, einer italienischen Kneipe werden, mit gutem Essen und Musik“, verrät sie.
Wann genau das Nonna Feli öffnet, sei noch unklar. Di Bello hofft, in zwei Wochen die ersten Gäste bewirten zu können. Wer der erste Gast sein wird, steht aber schon jetzt fest: Mehmet Günes, der ehemalige Betreiber der Lounge 7, will Pasta und Pizza hier als Erster probieren. Und der 54-Jährige verrät, dass er mit der Gastro-Szene noch nicht ganz abgeschlossen hat – sich vorstellen kann, irgendwann als stiller Teilhaber wieder eine Kneipe zu eröffnen.
