Alfeld - Tagelang hält das Hochwasser die Stadt in Atem, die Rettungsdienste sind Tag und Nacht im Einsatz – Alfeld hat solche Szenarien in der Vergangenheit schon einige Male erlebt. Zuletzt beim Weihnachtshochwasser 2023. Und damit auch die Schwierigkeiten, die sich immer ergeben, wenn beispielsweise die Feuerwehr rund um die Uhr mit ihren Fahrzeugen unterwegs sein muss. Dann gilt es nämlich, dafür zu sorgen, dass Fahrzeuge und Maschinen die ganze Zeit über einsatzfähig bleiben, zum Beispiel immer dann betankt oder mit Strom versorgt werden können, wenn es nötig ist. Das wird in der Zukunft deutlich einfacher. Die Stadt hat neues Equipment bekommen, das die Versorgung in Katastrophenlagen sicherstellen soll.
Neue Tankanlage
Das Land Niedersachsen hat jetzt nämlich eine der neuen mobilen Tankanlagen für den Katastrophenschutz an Alfeld ausgeliefert. „Die neue Tankanlage ist ein echter Gewinn für unsere Region“, erklärt Andrea Prell, SPD-Landtagsabgeordnete für die Stadt Alfeld. „Im Ernstfall zählt jede Minute – und mit dieser Ausstattung können Stromaggregate, Pumpen oder Einsatzfahrzeuge direkt vor Ort zuverlässig betankt werden. Das erhöht die Handlungsfähigkeit unserer Einsatzkräfte erheblich.“
Die Anlage fasst 980 Liter Dieselkraftstoff sowie 170 Liter AdBlue® und ist mit modernen Pump- und Sicherheitssystemen ausgestattet. Damit ermöglicht sie eine flexible und dezentrale Versorgung der Einsatzmittel, selbst unter extremen Bedingungen.
Insgesamt investiert das Land Niedersachsen 1,33 Millionen Euro in 57 solcher Anlagen. Jetzt wurden die ersten 30 übergeben, weitere 27 folgen bis Ende des Jahres. Die Anschaffung ist Teil des 40-Millionen-Euro-Sofortpakets zur Stärkung des Katastrophenschutzes.
Weitere Anschaffungen
Kreisbrandmeister Mathias Mörke ist froh über das Engagement des Landes. „Natürlich geht immer mehr“, sagt der Bodenburger. Doch seit gut zehn Jahren habe es Stück für Stück vom Land finanzierte Verbesserungen in der Ausstattung der Einsatzkräfte in den Kommunen gegeben. Die mobile Tankanlage sei ein weiterer Schritt – und nicht der letzte. Denn im kommenden und im übernächsten Jahr soll es zwei weitere davon für den Landkreis Hildesheim geben. Eine wird beim Versorgungszug vermutlich in Groß Düngen stationiert, über den Standort der anderen ist noch nicht entschieden. Dass Alfeld den Anfang macht, ist für Mörke aufgrund der Risikolage der Stadt folgerichtig.
Neben den Neuerungen vom Land habe sich aber ohnehin viel Gutes mit Blick auf die Vorbereitungen auf die Hochwasserlagen getan. Mörke erinnert, dass beim Weihnachtshochwasser 2023 die Alfelder Firma Mönnecke die Treibstoffversorgung der Feuerwehren kreisweit übernommen hatte und von Einsatzort zu Einsatzort gefahren sei. Zudem gibt es bereits Absprachen, dass in allen vier Brandabschnitten künftig jeweils eine Tankstelle so präpariert werde, dass sie im Notfall immer einsatzbereit ist. „Mit den Betreibern ist größtenteils schon gesprochen“, so der Kreisbrandmeister.
