Lamspringe - „Wollen wir nicht mal wieder zusammen Musik machen?“ – Mit dieser Frage fing vor 19 Jahren alles an. Doch zahlreiche Auftritte, Bandproben und Partynächte später, wird sich die Lamspringer Band Time to Play jetzt auflösen. Bandleader Gerald Nolte verrät, warum – und wo die Band ein letztes Mal zu hören sein wird.
Eine feste Größe in und um Lamspringe
Der Lamspringer Gitarrist Micha Kloth versuchte 2006, seinen Kumpel Gerald Nolte zum gemeinsamen Musikmachen zu animieren. Nolte war mit Keyboard und Gesang sofort dabei, und mit ihm noch vier andere Musikbegeisterte: Alexander Wirth spielte künftig den Bass, und Burkhard Warnecke schwang die Drumsticks am Schlagzeug. Angela „Angie“ Ehbrecht und Angela „Foxi“ Klein-Gomez (geborene Fuchs) übernahmen den Gesang. Im Laufe der Jahre änderte sich die Besetzung immer mal. Kloth war es auch, der den Bandnamen Time to Play in die Runde warf – sofort waren alle einverstanden. „Eine Halloween-Party im Café Petri in Lamspringe war unser Auftakt“, erinnert sich Nolte. Natürlich kostümiert – ein Markenzeichen der Band, um ihre Coversongs besser zu verkörpern.
Es folgten zahlreiche Auftritte im ehemaligen Landgasthaus Brinkmann in Sehlem, beim „Umsonst und Draußen“ in Bad Salzdetfurth oder beim Kulturfest in Langenholzen. Gespielt haben sie vor allem Oldies wie „Hit the Road Jack“ oder „Born To Be Wild“. Dabei standen sie auch gemeinsam mit B. B. & The Blues Shacks und Musikern von anderen Bands auf der Bühne und begeisterten ihre Fangemeinschaft. Doch nach elf Jahren Bandgeschichte geschah etwas, das den Hobbymusikern die Leichtigkeit am Spielen nahm.
Die Freundschaft stand immer an oberster Stelle
Sängerin Angela Ehbrecht ist 2017 verstorben. „Das war eine schwere Zeit für uns. Die Band aufzugeben war aber keine Option“, sagt Nolte. Und trotzdem waren die Auftritte nicht mehr so wie vorher: Die Band entschied sich, sich nicht mehr zu verkleiden, und auch die Songliste wurde umgestellt. Aber Nolte findet: „Wir haben uns in den Jahren danach trotzdem musikalisch sehr weiterentwickelt.“
Das Geheimnis für die enge Bindung über all die Jahre: „Für uns stand die Freundschaft immer über dem musikalischen Ehrgeiz.“ Der Auftritt im Wartesaal am Kölner Dom bleibt Nolte besonders in Erinnerung. Dort spielte Time to Play auf der Hochzeitsfeier von Bandmitglied Foxi – ihr einziger Auftritt abseits der Heimat. Eine professionelle Karriere hätte die Band nie angestrebt, die Musik sollte ein Hobby bleiben.
Ein letztes Mal gemeinsam auf der Bühne stehen
„Für mich waren die Bandproben und die Auftritte immer ein Ausbrechen aus dem beruflichen Alltag“, gibt Nolte zu. Trotzdem hat sich die Band Anfang des Jahres dazu entschieden, sich bald aufzulösen. Der Grund: Die Bandmitglieder wohnen mittlerweile weit voneinander entfernt – gemeinsame Proben und Auftritte werden immer schwieriger. „Wir nennen uns scherzhaft schon No Time to Play“, sagt Nolte. Doch der Abgang soll dafür so richtig gefeiert werden.
Im Waldbad Lamspringe wird die Band am Samstag, 23. August, ihr letztes Konzert spielen. Organisiert wird dieses vom Westharzer Skiclub. Laut Vereinsmitglied Hannes Nagel sei Platz für etwa 300 Gäste. Das Besondere an dem Konzert: Der Eintritt ist frei, Spenden und sonstige Einnahmen gehen an den Förderverein des Freibades. Das Konzert startet ab 19 Uhr, Einlass über einen zweiten Eingang ist ab 18 Uhr. Die Band will mehr als 30 ihrer Lieblingssongs aus den vergangenen Jahren spielen – auch mit einigen befreundeten Musikern.


