Konzertreihe

Nach dem Einkauf in die Kirche: Alfelder Marktmusiken beginnen wieder am 26. April

Alfeld - Blumen, Obst, Gemüse, Eier und Honig, regionale Wurst und neuerdings auch erneut Kartoffelpuffer: Zum Alfelder Marktangebot an den Samstagen gehört ab sofort auch wieder eine musikalische Einladung.

Mit Aufstellern, Plakaten und Flyern machen Carsten Löhrke, Hans-Günther Scharf und Tobias Langwisch (von links) auf die Marktmusiken aufmerksam. Foto: Ulrich Meinhard

Alfeld - Es geht wieder los: Der Winter ist vorbei, die Marktmusiken in der Alfelder St.-Nicolai-Kirche starten in die neue Saison. Bereits am kommenden Samstag gibt die Gregorianik Schola St. Nicolai das erste 30-minütige Konzert. Wie auch in den vergangenen Jahren beginnen die halbstündigen Konzerte jeweils um 11 Uhr. Sie sollen das rege Marktgeschehen mit der Möglichkeit verbinden, in der Alfelder Hauptkirche einen Ruhepunkt zu finden: abschalten, entspannen, einfach zuhören, die vollen Einkaufstaschen neben sich. Entsprechend sind die Marktmusiken mit den Worten „Kultur und Kulinarik“ überschrieben.

Marktbesucher sollen mit Angebot abgeholt werden

Die beiden Worte deuten auch auf eine Kooperation hin: Die evangelische Kirchengemeinde und die Stadtverwaltung beziehungsweise der Verein Forum Alfeld aktiv laden gemeinsam zu den Marktmusiken ein; günstig dabei, dass Markt und Kirche räumlich so eng beieinander liegen. „Der Markt ist jeden Samstag gut besucht. Warum die Marktbesucher also nicht mit einem solchen Angebot abholen“, stellt Marktmeister Carsten Löhrke eine rhetorische Frage. Für die Organisation der Konzerte sorgt der Kantor der Nicolai-Gemeinde, Tobias Langwisch.

Auf die Frage, wieviel Aufwand die Vorbereitung macht und wann die Planung los geht, sagt Langwisch: „Wenn die eine Saison vorbei ist, beginnt die neue. Ich gucke dann: Wann ist das Osterfest, wie liegen die Ferien, wann kann der Starttermin sein.“ Zwischen Januar und März werden die ersten Termine „immer klarer“, verdeutlicht der Kantor. Dann werde noch ein bisschen hin und her geschoben und auf Rückmeldungen gewartet. Er fügt an: „In diesem Jahr hatten wir eine Anfrage. Da rief mich ein Musiker an, der gerade mit dem Rad in Alfeld war und vor der Kirche stand. Er sagte, wenn wir mal Bedarf haben, sollen wir uns melden.“ Das hat Langwisch kurz darauf auch getan.

Bei kurzfristiger Absage muss der Kantor einspringen

Ist denn schon einmal etwas schief gelaufen? Standen vielleicht zwei Interpreten vor der Kirchentür? Langwisch verneint. „Das nicht. Aber eine sehr kurzfristige Absage hatten wir einmal.“ Da musste der Kantor selbst in die Bresche springen. Günstiger Weise war er am Abend zuvor von einem Orgelkurs zurückgekommen und brachte so neben einigen Impulsen auch Notenliteratur mit. „Da habe ich was aus dem Hut gezaubert.“ Worauf er Wert legt: „Natürlich sollte es trotzdem stimmig sein.“

Alfelds Stadtsprecher und Forum-Aktiv-Geschäftsführer Hans-Günther Scharf ergänzt: „Es gilt grundsätzlich, Kultur hochzuhalten, vor allem Kultur, die kostenfrei genossen werden kann.“ Die Marktmusiken gibt es seit mehr als zehn Jahren, allerdings erklingen sie erst seit zwei Jahren wöchentlich, zuvor gab es dieses Angebot einmal im Monat. Scharf lobt Langwisch: „Wir sind sehr froh, dass Tobias den Staffelstab mit seinem Amtsantritt in Alfeld aufgenommen hat.“

Nicht jede Musik wird in der Kirche gespielt

Was Scharf begrüßt, ist die Bandbreite der musikalischen Angebote. Natürlich gehören geistliche Musiken zur Konzertreihe, schließlich ist die St.-Nicolai-Kirche ein geweihter Ort und rein räumlich für evangelische Christen aus Alfeld das hiesige Zentrum ihres Glaubens. „Das Musikangebot fächert aber immer mehr auf“, verweist Scharf etwa auf Irish Folk und den Auftritt des Männergesangsvereins. Was ist denn die Lieblingsmusik des Stadtsprechers? „Ich vermute mal, davon wird es in der Kirche kein Konzert geben“, lenkt er den Blick auf Metal, Jazz-Brunch und Elektronik.

Nun müssten sich nur wieder mehr Marktbeschicker finden – oder? „An den Samstagen läuft es recht gut“, befindet Löhrke. Und da jetzt die Spargel- und Erdbeerzeit anbricht beziehungsweise schon läuft, würden auch verstärkt Kunden kommen. Andererseits, gibt Scharf zu bedenken: „Messen wir uns mit großen Städten“. Wahrscheinlich werde niemand auf seinen Stand etwa in Göttingen verzichten, um ihn in Alfeld aufzubauen. Aber es gehe nach Corona durchaus wieder bergauf: So kommt nun wieder ein Stand mit Kartoffelpuffer (übrigens aus Bad Grund). Vielleicht klappt es auch wieder mit einem dauerhaften Käsestand. Das musikalische Angebot jedenfalls steht.

Das bisher feststehende Programm

26. April: Gregorianik Schola St. Nicolai3. Mai: Julia Kröner (Violine) und Tobias Langwisch (Orgel)10. Mai: keine Marktmusik, dafür Konfirmationen in St. Nicolai17. Mai: Ceol Eirenach, Irish Folk24. Mai: Männergesangsverein31. Mai: Johann Sebastian Sommer (Cello)7. Juni: Aaron Triebler (Orgel)14. Juni: Edgar Schäfer (Gesang) und Markus Altmann (Klavier)21. Juni: Holler Gospelsingers28. Juni: Kammerorchester Musikschule Alfeld

Dann ist Sommerpause, weiter geht es am 16. August. Programm folgt.

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