Alfeld/Delligsen - Alle Autofahrer müssen ihren Führerschein tauschen – früher oder später. Viele haben das fristgerecht auch schon getan, sehr viele allerdings hinken aber auch hinterher. Am Montag, 19. Januar, endet eine weitere Frist. Davon sind all diejenigen Inhaberinnen und Inhaber von Kartenführerscheinen der Ausstellungsjahre 1999 bis 2001 betroffen. Sie müssen ihre alten Kartenführerscheine in eine neue, fälschungssichere EU-Lizenz tauschen. Im Kreis Hildesheim haben das rund 13.000 Menschen aus dieser Gruppe noch nicht getan. Wie viele es im Nachbarkreis Holzminden sind, ist nicht bekannt. Die Zahlen änderten sich ständig, erklärt die Kreisverwaltung.
Insgesamt laufe der Umtausch im Kreis Holzminden laut Straßenverkehrsamt „sehr gut“. Im Jahr 2025 gab es demnach 949 Umstellungen von Papier auf Karte und zudem wurden 712 Kartenführerscheine umgetauscht. Wie viele Führerscheine im Landkreis insgesamt umgetauscht werden müssen, lasse sich aber nicht sagen. Auch nicht, wie viele in der Zukunft noch an der Reihe sind. Die Zahlen änderten sich ständig, etwa durch Umzüge oder vorherigen Umtausch nach Verlust, Namensänderung oder Erweiterung der Fahrerlaubnisklassen.
Ordnungswidrigkeit droht
Wer seinen Führerschein nicht rechtzeitig tausche, verliere aber nicht die Fahrerlaubnis. „Man begeht jedoch eine Ordnungswidrigkeit, die bei einer Kontrolle schlimmstenfalls mit einer Verwarnung in Höhe von zehn Euro geahndet werden kann“, erläutert Holzmindens Landkreissprecher Peter Drews.
Termine für den Tausch könnten online über die Homepage des Landkreises Holzminden reserviert werden. „Der Termin sollte nicht länger als fünf Minuten dauern“, sagt Peter Drews. Mitzubringen seien Personalausweis, der aktuelle Führerschein und ein biometrisches Passbild. Wenn die Formalien erledigt sind, wird der aktuelle Kartenführerschein händisch befristet verlängert – und könne direkt wieder mitgenommen werden.
Doch nicht nur Kartenführerscheine müssen getauscht werden. Der Pflichtumtausch ist indessen auch für die Generation der Papierführerscheine noch längst nicht abgeschlossen: Laut der Hildesheimer Kreisverwaltung müssten in der Region immer noch rund 50.000 Autofahrer und -fahrerinnen ihre jeweiligen Lappen umtauschen. Die Behörde geht bei dieser Zahl von den Führerscheinen aus, die ursprünglich einmal in Papierform im Landkreis Hildesheim ausgegeben wurden.
Längere Wartezeiten
Wie in Holzminden ist auch im Kreis Hildesheim die Terminvergabe online möglich. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Nachfrage in den Monaten Januar bis März steigt. Dann sei erfahrungsgemäß mit Wartezeiten zu rechnen. Und Erfahrungen konnte das Kreishaus nun schon einige Jahre lang mit dem Pflichtumtausch sammeln: Die erste Frist lief am 19. Januar 2022 ab, damals für die Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958.
„Das Straßenverkehrsamt ist sehr zufrieden“, sagt Holzmindens Kreissprecher Drews mit Blick auf die Abläufe. „Die Kunden reagieren sehr verständnisvoll, auch wenn sie manchmal etwas länger auf einen Termin warten müssen.“
Als Nächstes müssen nun die Führerscheine umgetauscht werden, die in den Jahren 2002 bis 2004 ausgestellt wurden. Die Frist hierfür läuft bis zum 19. Januar 2027.
mit Christian Albroscheit
