Geschäftsleben in Alfeld

Pralinen, Trüffel, Schokolade: Warum in Alfeld das Süße Kaufhaus überlebt hat

Alfeld - Früher durfte das Süße Kaufhaus in keiner Stadt fehlen. Doch die Kette, die einst in Hameln gegründet wurde, gibt es so schon lange nicht mehr. Allerdings haben ein paar wenige Läden davon überlebt. Einer befindet sich in Alfeld. Inhaberin Christine Loock weiß genau, was den Menschen dort schmeckt.

Die Leckereien aus der Trüffeltheke stehen bis heute bei den Kundinnen und Kunden ganz hoch im Kurs. Neben den Klassikern finden sich aber inzwischen auch bunte und glänzende Pralinen. Foto: Ulrike Kohrs

Alfeld - Früher durfte das Süße Kaufhaus in keiner Stadt fehlen. Doch die Kette, die einst in Hameln gegründet wurde, gibt es so schon lange nicht mehr. In seiner Blütezeit hatte das Unternehmen bundesweit über 200 Filialen. Doch in den 90er-Jahren geriet der Mutterkonzern in finanzielle Schieflage. Die Filialen wurden geschlossen oder verkauft. Ein paar ganz wenige Läden davon haben überlebt – bis heute. Einer befindet sich mitten in Alfeld. Und Inhaberin Christine Loock weiß genau, welche Süßigkeiten den Menschen hier schmecken.

In den Regalen liegen hochwertige Pralinenschachteln, handgeschöpfte Schokoladentafeln und knusprige Kekse. Hier schlagen die Herzen der Zuckermäulchen höher. Seit 2011 betreiben Christine und Michael Loock ein Süßes Kaufhaus in der Fußgängerzone in Alfeld. Seit 2017 am jetzigen Standort in der Sedanstraße.

Eine echte Fachfrau in Sachen Trüffel und Pralinen

Einst hatte Christine Loock als Angestellte in einem Süßen Kaufhaus gearbeitet. Bis die große Kette vor dem Aus stand. Das war 2007. Loocks entschieden sich damals, die Filiale in Bad Gandersheim selber zu übernehmen. Und sie bauten ihr Unternehmen sogar noch aus, übernahmen weitere Filialen und eröffneten eigene. In Spitzenzeiten versorgten Loocks die Menschen mit süßen Leckereien in sieben Geschäften. Unter anderem in Bad Gandersheim, Duderstadt, Einbeck, Bad Lauterberg und eben in Alfeld. Verblieben sind davon drei Läden. Auch wenn Süßigkeiten nach wie vor beliebt sind, sind die wirtschaftlichen Zeiten schwieriger geworden. Fast jeden Tag steht Christine Loock in der Alfelder Niederlassung selber hinter dem Verkaufstresen, räumt Regale ein und berät Kunden. Die kommen ganz gezielt zu ihr, um Pralinen oder Schokolade zu kaufen. Auch wenn es die in den Supermärkten oder Discountern günstiger gibt.

„Unseren Kunden ist die Qualität wichtig“, erzählt Loock. Dafür würden sie auch ein paar Euro mehr ausgeben. Früher seien die Süßigkeiten meist nur Ergänzung zum Geschenk gewesen. Heute seien die Trüffel und anderen Spezialitäten oftmals das eigentliche Geschenk. Die Süßigkeiten seien ganz klar aufgewertet.

Kleine Köstlichkeiten einzeln ausgewählt

Loock weiß aber auch, dass die Kunden es schätzen, bei ihr süße Präsentkörbe oder nur einzelne Pralinen kaufen zu können. Und prompt kommt eine Kundin herein und lässt sich von der Chefin ausgewählte Trüffelchen an der Frischetheke in dünne Cellophan-Tütchen packen. Was Loock besonders freut: Es kommen auch jüngere Kunden und suchen gezielt nach besonderen Süßigkeiten. „Zum Beispiel jetzt zum Valentinstag“, sagt sie und zeigt auf einen Verkaufsständer, auf dem sie allerlei dafür zusammengestellt hat.

Und dennoch: Auch wenn in Alfeld die hochwertigen Süßigkeiten noch gefragt sind, so haben Loocks in den Jahren ihr Sortiment doch um andere Waren ausweiten müssen. Das Süße Kaufhaus ist nun vielmehr ein Geschenkeshop. Es gibt Tassen mit hübschen Motiven oder Sprüchen, Kaffee, verschiedene Teesorten, Glückwunschkarten, einige Küchenutensilien. Alfelder Souvenirs und Servietten finden sich ebenfalls unter anderem in den Regalen. Und im hinteren Teil des Verkaufsraums gibt es zudem eine Auswahl an Feinkost: Gewürzmischungen, Pesto und Nudeln. Letztere in besonderen Formen: zum Beispiel Herzen für Verliebte, Wohnmobile für Camper oder Autos für Motorfreaks.

Ein Klassiker, der noch immer schmeckt

Doch die Süßigkeiten stehen noch immer im Mittelpunkt des Süßen Kaufhauses – wie sich das für ein süßes Kaufhaus auch gehört. Aber was schmeckt denn den Alfeldern und Alfelderinnen besonders? „Trüffel, italienische Tartufo und unsere Kekse“, verrät Loock. Und auf die Jahre geschaut, was wird nach wie vor stark nachgefragt? „Geleebananen“, sagt Loock, ohne zu zögern. Und die schätzt auch die Chefin selbst am meisten. Nach all den Jahren im Süßen Kaufhaus kann auch sie den Leckereien nicht widerstehen.

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