Kundgebung

„Uns hat es ja auch nicht geschadet“ – Warum gerade dieser Satz während des Ostermarsches durch Alfeld in die Kritik gerät

Alfeld - Etwa 40 Menschen haben sich am Samstag in Alfeld zum Ostermarsch getroffen. Thematisch standen die Sorgen junger Menschen angesichts der Gesetzesänderung zum Wehrdienst im Fokus.

Rund 40 Personen treffen sich zum Ostermarsch durch Alfeld. Foto: Madlin Trümper

Alfeld - Rund 40 Menschen haben sich am Samstagvormittag in der Alfelder Innenstadt zu einem Ostermarsch mit anschließender Kundgebung getroffen, um ein Zeichen gegen Krieg und Aufrüstung zu setzen. Im Fokus standen insbesondere die Sorgen junger Menschen angesichts der aktuellen politischen Situation in Deutschland und weltweit.

Handelt es sich um Scheinfreiwilligkeit?

„Immer, wenn ich mit Menschen über den Wehrdienst rede, höre ich diesen Satz: Uns hat es ja auch nicht geschadet“, sagte Katja Wieden im Namen des Niedersächsischen Landesverbands von Mera25. Die Partei ist Teil der Democracy in Europe Movement 2025 (DiEM25).

Wieden ging es am Samstag in Alfeld vor allem um die Wehrpflicht. Besagten Satz zum Wehrdienst hält sie nämlich für Unsinn. Sie selbst habe zwölf Jahre lang in der Bundeswehr gedient. „Ich weiß ziemlich genau, wovon ich spreche“, so Wieden. Und weiter: „Ich persönlich habe nichts mitgenommen, was mein Leben besser gemacht hätte.“ Sie halte es für falsch, junge Menschen gegen ihren Willen zum Wehrdienst zu verpflichten. Die Umfrage zur Motivation und Eignung zum Wehrdienst, die junge Menschen ab dem 18. Lebensjahr erhalten, beurteilte Wieden als Scheinfreiwilligkeit.

Startpunkt verschoben

Zu dem Marsch aufgerufen hatte das Bündnis gegen Rechts Leinebergland. Beteiligt haben sich außerdem Die Linke Leinebergland, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) Hildesheim sowie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und weitere.

Ursprünglich war geplant, auf dem Alfelder Marktplatz zu beginnen, informiert Jonathan Kühnel, Sprecher der Partei Die Linke Leinebergland. Dort wird aber jeden Samstag der Alfelder Wochenmarkt abgehalten, weswegen der Startpunkt auf die Ecke Marktstraße und Leinstraße verlegt wurde. Der Grund: Die Stadt Alfeld spricht sich dafür aus, dass der Wochenmarkt unpolitisch bleiben soll. „Das respektieren wir natürlich“, sagte Kühnel. Auch der Infostand, den das Bündnis gegen Rechts Leinebergland aufgebaut hatte, befand sich in einigem Abstand zum Wochenmarkt.

Vonseiten der Alfelder Polizei, die den Marsch begleitet hatte, hieß es, dieser sei friedlich und störungsfrei verlaufen.

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