Vom Leben in Alfeld

Von A bis Z: Bittersüßer Frühherbst

Alfeld - Plötzlich fühlt es sich draußen wieder nach Herbst an. Redakteur Nico Schwappacher wird deshalb ganz poetisch zumute.

AZ-Redakteur Nico Schwappacher Foto: AZ

Alfeld - Wird Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, auch manchmal so poetisch zumute, wenn der Herbst anklopft? Nach den Hitzewellen der vergangenen Wochen schleicht er sich aus, der Sommer. Und beinahe möchte man sagen: zum Glück.

In dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, habe ich gerade ein Stück Apfelkuchen genossen, dazu gab’s eine heiße Tasse Kaffee. Und es fühlte sich ganz anders heimelig an als bis noch vor wenigen Tagen. Ganz unweigerlich kommen mir da geliebte Zeilen aus dem reichhaltigen Kanon deutschsprachiger Dichtkunst wieder in den Sinn. Klar, ein Klassiker ist da Rainer Maria Rilke. Ein anderer, im Ton viel düsterer: Georg Trakl. „Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle, vergilbter Glanz von schönen Sommertagen. Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle; der Flug der Vögel tönt von alten Sagen. Gekeltert ist der Wein, die milde Stille – erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.“

Schauen Sie doch mal aus dem Fenster, wie die ersten Blätter sich schon in bunte Farben legen. Vielleicht spüren Sie es dann auch, dieses bittersüße, dieses melancholische innere Beben, das einen überkommen kann, wenn die Restwärme des Sommers auf die Erwartung der kommenden Kälte trifft.

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