Vom Leben in Alfeld

Von A bis Z: Boomer, Millennials, Gen Z – wer blickt da noch durch?

Alfeld - Boomer, Millennials oder Gen Z – kaum ein Tag vergeht ohne neue Klischees über Generationen. AZ-Redakteurin Carina Mädge fragt sich, seit wann das Geburtsjahr wichtiger geworden ist als der Mensch dahinter.

In ihrer Kolumne „Von A bis Z“ blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland. Foto: AZ

Alfeld - Neulich bin ich wieder über einen Beitrag gestolpert, in dem erklärt wurde, warum die Generation Z dieses oder jenes anders macht als die Millennials. Kurz darauf ging es darum, welche Frisur, Jeans oder Sockenlänge welche Generation verrät. Und irgendwo dazwischen wurde darüber diskutiert, wer wen eigentlich längst nicht mehr versteht. Ich gebe zu: Langsam komme ich nicht mehr mit. Wobei ich als Millennial ja ohnehin schon längst nicht mehr zur jüngsten Generation gehöre. Früher wusste ich einfach, ob jemand jünger oder älter war als ich. Das hat völlig gereicht. Heute scheint jeder Mensch erst einmal einer Generation zugeordnet zu werden. Boomer, Generation X, Millennials, Generation Z oder Generation Alpha. Für alles gibt es einen Namen. Und gefühlt auch gleich eine Liste mit Eigenschaften. Manchmal habe ich den Eindruck, wir reden mehr über Generationen als über Menschen. Und natürlich wachsen Menschen, die in unterschiedlichen Jahrzehnten geboren wurden, anders auf. Das war schon immer so. Was ich allerdings nicht verstehe: Seit wann scheinen sich Generationen ständig gegenseitig erklären zu müssen? Die einen lästern über den Modestil der anderen, die nächsten schütteln den Kopf über deren Arbeitsmoral. Vielleicht sollten wir das Ganze einfach etwas entspannter sehen. Schließlich können wir uns unser Geburtsjahr genauso wenig aussuchen wie unsere Schuhgröße. Und ob jemand nett, humorvoll oder anstrengend ist, entscheidet sich am Ende wohl kaum daran, ob er Boomer, Millennial oder Gen Z ist.

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