Alfeld - Wer in ein anderes Land reist, wird früher oder später über etwas stolpern, das die Menschen dort völlig anders handhaben als hier – und da ist es völlig egal, ob man nach Belgien, Dänemark oder Uganda fährt. In Italien etwa musste meine Familie bei den ersten Reisen dorthin erst auf die harte Tour lernen, dass man in der Kultur vor 17 Uhr nicht warm isst. Kein Restaurant hatte offen, was sich mit unserer Gewohnheit, zur guten alten deutschen Mittagszeit zu essen, natürlich sehr schlecht vereinbaren ließ. In Japan dagegen habe ich zu meinem Erstaunen festgestellt, dass es völlig normal ist, an jeder zweiten Straßenecke einen Laden zu haben, der rund um die Uhr geöffnet ist. Als ich vor rund zehn Jahren zum ersten Mal dorthin reiste, kannte ich hier aus Deutschland eigentlich nur Kioske, Tank- und Raststätten sowie die Berliner „Spätis“, an denen man sich auch um 3 Uhr noch ein (völlig überteuertes) Bier kaufen konnte.
Umso interessierter verfolge ich die Entwicklung, dass seit einigen Jahren solche 24/7-Geschäfte auch immer häufiger hier in Deutschland Fuß fassen. In Grünenplan fiel erst vor wenigen Monaten die Entscheidung, dass dort ab Herbst rund um die Uhr eingekauft werden kann – aber der Tante Enso, auf den alle seitdem gespannt warten, lässt sich nicht blicken. Warum, lesen Sie im Text meiner Kollegin Hanna Ilea Enkhardt.
