Vom Leben in Alfeld

Von A bis Z: Der Koffer bleibt im Schrank, aber das Fernweh reist voraus

Alfeld - Die Sommerferien wecken bei vielen die Reiselust. AZ-Redakteurin Carina Mädge bleibt in diesem Jahr zwar zu Hause – das Fernweh reist trotzdem schon einmal voraus.

In ihrer Kolumne „Von A bis Z“ blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland. Foto: AZ

Alfeld - Die Sommerferien haben begonnen, mein Urlaub rückt näher. Diesmal bleiben wir allerdings zu Hause. Die Einschulung unserer Großen steht vor der Tür, außerdem überschneiden sich unsere Urlaubszeiten nur kurz. Also wird der Koffer erst einmal im Schrank bleiben. Trotzdem meldet es sich wieder. Pünktlich jeden Sommer: das Fernweh. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind fast jede Sommerferien im Süden verbracht habe. Manchmal sogar die gesamten sechs Wochen. Vielleicht hat sich dieses Gefühl deshalb so tief eingebrannt. Plötzlich denke ich an salzige Meeresluft, das Rauschen der Wellen und das Suchen nach Muscheln am Strand. An die Sonne, die sich im Süden irgendwie anders anfühlt, und an einen Himmel, der jeden Abend ein bisschen blauer zu sein scheint. Und merkwürdigerweise vermisse ich nicht die großen Sehenswürdigkeiten, sondern die kleinen Dinge: Stromkabel, die scheinbar kreuz und quer zwischen den Häusern verlaufen. Kleine Plastiktische mit Werbung für das örtliche Bier. Häuserfassaden, die schon bessere Tage gesehen haben und gerade deshalb ihren Charme haben. Es ist dieses liebevoll Unperfekte, das das Urlaubsgefühl ausmacht. Der Koffer bleibt in diesem Sommer zwar im Schrank. Aber wer weiß? Vielleicht warten die schönsten Entdeckungen ja manchmal näher, als man denkt.

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