Alfeld - In der Bürokommunikation gibt es einige Fallstricke. Manches ist unstrittig: In der Früh wünscht man einen guten Morgen, später einen schönen Feierabend. Und mittags? Ich wünsche meinen Kolleginnen und Kollegen dann gerne eine schöne Pause. In manchen Firmen hat sich aber auch das „Mahlzeit“ eingebürgert. Bei uns in der Redaktion ebenfalls, zumindest zum Teil.
Ich mag diesen Gruß nicht. Irgendwie fühle ich mich dadurch ertappt. Für mich schwingt in ihm ein „Na, schlagen wir uns erstmal den Bauch voll, während die anderen weiter ackern müssen?“ mit. Ich weiß, dass ich übertreibe. Trotzdem sträube ich mich, den Gruß mit einem „Mahlzeit“ meinerseits zu erwidern. Das ist schließlich die einzig mögliche Antwort.
Kürzlich rief mir dann ein Kollege zur Mittagszeit ein fröhliches „Mahlzeit“ zu. Und ich? Überlegte, ob ich „selber“ oder „ja“ erwidern oder einfach nur freundlich nicken und lächeln sollte. Ich entschied mich dann aber für die vermutlich komischste Variante: ein „Danke“. Als hätte mein Kollege für mich gekocht und würde mir nun einen guten Appetit wünschen. Wobei, das hätte ja auch mal was.
Noch mehr Texte von Laura Pöschel.
