Alfeld - Bis Anfang des Jahres bin ich relativ wenig Auto gefahren. Ich lebe und arbeite in Alfeld – da brauche ich keinen Wagen. Jetzt bin ich aber seit etwas mehr als zwei Monaten in der Hildesheimer Redaktion eingesetzt. Dementsprechend sitze ich so ziemlich jeden Tag in meinem fahrbaren Untersatz. Die Anzahl der Fast-Unfälle, die ich während der vergangenen Wochen erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut mehr.
Führerschein in der Tombola gewonnen?
Der Grund dafür waren in den allermeisten Fällen – wenig überraschend – Seniorinnen und Senioren jenseits der 80. Sicher, ich habe auch jüngere Menschen gesehen, bei denen ich mich fragen muss, ob sie ihren Führerschein bei der Tombola gewonnen haben. Aber mit überwältigender Mehrheit sind es ältere Menschen gewesen, die ihr Fahrzeug entweder nicht mehr richtig bedienen konnten oder sich scheinbar nicht darum geschert haben, dass sie nicht die Einzigen auf der Straße sind.
Gerade vor wenigen Tagen erst stand ich an einer Kreuzung – ein Wagen vor mir. Dieser fuhr plötzlich nicht vorwärts, sondern direkt auf mein Auto zu. Wildes Hupen half nichts, erst die Stoßstange meines Wagens brachte das andere Fahrzeug zum Stoppen. Warum sie rückwärts gefahren ist, nicht in den Rückspiegel geguckt hat und mein Hupen nicht wahrgenommen hat, konnte mir die deutlich betagte Fahrerin nicht verraten.
Zum Glück nichts passiert
Nachdem wir glücklicherweise festgestellt haben, dass kein Schaden entstanden ist, fuhr die Frau fix davon – und bretterte an einem Zebrastreifen wenige Meter weiter fast noch einen Fußgänger über den Haufen. Auch auf die Gefahr hin, mich bei einem erheblichen Teil unserer Leserinnen und Leser in die Nesseln zu setzen: Ich befürworte Führerscheinprüfungen ab einem gewissen Alter immer mehr.
Mehr Texte von Madlin Trümper.
