Alfeld - In Alfeld ist ja nix mehr los. Hier gibt es keine Geschäfte und hier gibt es auch nichts, wo man abends mal hingehen kann – das Gemecker verstummt vermutlich nie. Vielleicht sagen Sie es selber manchmal, liebe Leserin oder lieber Leser, zumindest werden Sie aber ganz sicher jemanden kennen, der oder die fest davon überzeugt ist. Aber, liebe Alfelder und Alfelderinnen, dann fasst euch auch mal an die eigene Nase. Denn wenn keiner die Angebote vor Ort nutzt, dann darf sich niemand wundern, wenn es tatsächlich irgendwann mal zappenduster in der Leinestadt ist. Sieben Jahre hat Stefan Krentz, Chef der Haifischbar, neben seinem alltäglichen Geschäft den Alfelder Sommer organisiert, viel Geld und Arbeit investiert, um in der Stadt gleich eine ganze Fülle von Veranstaltungen zu bieten. Klar, er ist Geschäftsmann und wollte natürlich auch was an den Veranstaltungen verdienen. Logisch. Aber er hat jedes Jahr die Ärmel hochgekrempelt, die Konzertreihe organisiert und ist damit auch ein finanzielles Risiko eingegangen. Und jetzt das: Es kamen kaum noch Zuschauer. Dafür flatterten dem Wirt Beschwerden über zu laute Musik an den Konzertabenden ins Haus. Dass der jetzt die Reißleine zieht und die letzten Konzerte absagt, ist mehr als verständlich. Schade eigentlich.
Mehr Texte von Ulrike Kohrs
