Vom Leben in Alfeld

Von A bis Z: Noch eine Seite, bitte: Warum bei uns das Vorlesen zum Alltag gehört

Alfeld - AZ-Redakteurin Carina Mädge lässt sich beim Vorlesen gern um den Schlaf bringen. Warum ihre Töchter dabei auf ihr gutes Recht pochen – und die gemeinsame Lesezeit mehr ist als ein schönes Ritual.

In ihrer Kolumne „Von A bis Z“ blickt die Redaktion der AZ auf die Anekdoten aus ihrem Alltag in Alfeld und dem Leinebergland. Foto: AZ

Alfeld - Meine Mutter hat mir früher viel vorgelesen. Heute lesen mein Mann und ich unseren Töchtern vor. Mindestens ein Buch gehört bei uns zum Schlafengehen dazu – ein Ritual, das wir alle genießen und dessen Einhaltung die Kinder gewissenhaft überwachen. Möchte ich die Geschichte ausnahmsweise ausfallen lassen, gibt es sofort Einspruch. Müdigkeit ist offenbar kein überzeugendes Argument. Gelesen wird aber auch nachmittags oder morgens beim Kuscheln, wenn Zeit und Lust da sind. Für Nachschub sorgt unter anderem der Kindergarten: Dort darf einmal pro Woche ein Buch ausgeliehen werden, das natürlich auch zu Hause gelesen wird. So gehört das Vorlesen inzwischen zum Alltag meiner Kinder, wie es früher zu meinem gehörte. Ich hoffe, dass meine Töchter diese Tradition irgendwann weiterführen, falls sie selbst Kinder haben. Dass wir dabei mehr weitergeben als schöne Geschichten, zeigen die Aussagen der Alfelder Grundschulleiterinnen: Vorlesen, Gespräche und gemeinsames Spielen fördern den Wortschatz und das Sprachverständnis. Das hilft auch beim Schulstart. Natürlich entscheidet sich nicht allein am Bücherregal, wie leicht einem Kind das Lernen fällt. Warum manche Kinder die erste Klasse wiederholen und was ihnen den Start erleichtern kann, lesen Sie auf Seite 13. Ich schlage derweil schon mal das nächste Buch auf. Nicht, dass es wieder Beschwerden gibt.

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