Alfeld - Über das Wetter wurde in letzter Zeit oft gesprochen – jetzt, wo wir tatsächlich mal so etwas wie einen richtigen Winter haben. Mehrmals habe ich aber in meinem Umfeld gehört, dass das alles viel zu viel Gerede über den Schnee sei, früher habe man sich darüber auch nicht so sehr unterhalten. War ja schließlich normal. Das mag stimmen... Aber die Betonung liegt hier auf dem „war“. Ich kann mich in meinem ganzen Leben an sage und schreibe ein einziges weißes Weihnachten erinnern. Und das letzte Mal, dass es hier in der Region stark schneite, war wann noch mal? 2021? Die restlichen Jahre hörte sich das winterliche Wettergerede dagegen so an: „Schon wieder kein Schnee dieses Jahr.“
Warum also stören sich so viele daran, dass man sich über die Flocken unterhält, wenn sie dann tatsächlich einmal fallen? Ist das nicht logischer, als über ein Wetter zu reden, das es gerade nicht gibt? Der Gedanke kam mir, als ich mich auf dem Weg zur Arbeit hinter Sibbesse in einer dichten Nebelwolke wiederfand. Auf der anderen Seite des Berges, in Alfeld, war dagegen von einer Sekunde auf die andere glasklare Sicht. Nicht die spannendste Geschichte, klar – aber immer noch besserer Smalltalk, als zu meinen Kollegen zu sagen: „Auf dem Weg hierher gab es keinen Nebel.“
