Alfeld - Wann genau die Kettensäge zum letzten Mal kreischte – darüber sind wir in der Redaktion uneins. Doch es ist unübersehbar: Der Baum ist fort. Auch auf dem Alfelder Marktplatz ist damit die Weihnachtszeit seit Montagfrüh offiziell vorbei. Was zumindest ich ein bisschen schade finde. Weil: Das Tannengewächs hat mich in der Zeit meiner Stippvisite in Alfeld stets freundlich willkommen geheißen. Ja, ein bisschen hatte ich mich schon gewundert, warum hier zwei Monate nach Weihnachten an solch prominenter Stelle noch ein Christbaum steht. Aber hey, dachte ich, wer bin ich denn, die Traditionen und Bräuche im Leinebergland infrage zu stellen? Bei meiner Oma standen halt auch das ganze Jahr über Terrakotta-Engelchen und Weihnachtsmänner aus Hartplastik in der Fensterbank. Und ein Weihnachtsbaum im Frühling, das hat auch durchaus seinen Charme. Stille Nacht, heilige Nacht, dazu ein wenig festlichen Frieden – von mir aus kann das ruhig das ganze Jahr über gelten. Kein schöner Anblick also, als meinem Kollegen und mir auf dem Weg ins Büro die Baufahrzeuge mit den zerhackstückelten Tannenteilen entgegenbrausten. Nun isser weg. Und hinterlässt eine kahle Stelle. Ließe sich da in Zukunft nicht was machen? Was spräche denn gegen eine neue Alfelder Tradition? Ein ganzjähriger Weihnachtsbaum wäre nicht nur schön anzusehen und versprühte eine friedvolle Aura, er würde auch ökologisch eine Lücke reißen. Denn der Tannenbaum, er grünt ja nicht nur zur Sommerzeit – sondern auch im Winter, wenn es schneit.
Vom Leben in Alfeld
Von A bis Z: Weg isser
Alfeld - Er hatte dem Alfelder Marktplatz zwei zusätzliche Monate lang weihnachtlichen Charme verliehen – seit Montagfrüh ist der Christbaum dort Geschichte. AZ-Redakteur Kilian Schwartz schlägt eine neue Tradition vor.
