Alfeld - Die Alfelder Stadtverwaltung will einen sogenannten Sanierungsbeirat für die Begleitung des Städtebauförderungsprogramms „Altstadt und ehemalige Wallanlagen“ einrichten. Er soll aus Vertreterinnen und Vertretern der Ratsfraktionen sowie Eigentümerinnen und Eigentümern von Altstadt-Immobilien bestehen. Darüber hinaus können sich auch unterschiedliche Institutionen einbringen und jeweils eine Person entsenden – „wenn sie gewährleisten, im Beirat konkret als Interessenvertreter der jeweiligen Eigentümer und Bewohner zu fungieren“, heißt es in einer Beschlussvorlage, mit der sich der Stadtentwicklungs- und Umweltschutzausschuss am Donnerstag, ab 17 Uhr, im Großen Sitzungssaal des Alfelder Rathauses befassen wird.
Aus Sicht der Verwaltung kommen diverse Interessenvertretungen und weitere Akteure für den Sanierungsbeirat in Betracht, so zum Beispiel das Forum Alfeld Aktiv (FAA), der gerade neu gegründete Inklusionsbeirat, der Stadtjugendring, die Standortgemeinschaft Innenstadt, der Verein Region Leinebergland oder die Kirchengemeinde St. Nicolai. Auch Vertreter für Belange der Themen Migration, Umwelt- und Naturschutz, Gastronomie und Hotelgewerbe sowie der Heimatpflege seien willkommen.
Beirat arbeitet ehrenamtlich
Die Verwaltung selbst soll „themen- und bedarfsabhängig beratende Funktionen im Sanierungsbeirat wahrnehmen. Um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten, hat sie eine Geschäftsordnung ausgearbeitet, die unter anderem die Aufgaben, das Rederecht und die Sitzungsorganisation des Beirats regelt. Die Mitarbeit im Sanierungsbeirat soll ehrenamtlich und ohne finanzielle Entschädigung erfolgen.
Aber warum überhaupt ein solcher Beirat? Was soll er leisten? Warum ist er aus Verwaltungssicht notwendig? Vereinfacht gesagt: Er soll die gesamte städtebauliche Sanierungsmaßnahme über den gesamten Zeitraum von 15 Jahren hinweg beraten und begleiten. Mit Aufnahme des Gebiets „Altstadt und ehemalige Wallanlagen“ in die Städtebauförderung werden in den kommenden Jahren Fördermittel in die Stadt fließen, die für die Vorbereitung der Sanierung, aber auch konkret für Ordnungs- und Baumaßnahmen eingesetzt werden können.
Schnittstelle und Vermittler
Der Sanierungsbeirat soll deshalb unter anderem Bewohnerinnen und Bewohner sowie spätere Nutznießer dieser Maßnahmen informieren und aufklären und auch zu einer Art Schnittstelle zwischen den Entscheidungsträgern in der Stadt und den Anwohnern werden. Er soll auch bei der Lösung eventuell auftretender Konflikte bei der Umsetzung der Sanierung helfen und bei der Erstellung von Planungen und Konzepten mitwirken, die das Fördergebiet betreffen.
Im Entwurf der Geschäftsordnung heißt es dazu auch, dass der Beirat „Ideen und Vorschläge zur funktionalen, gestalterischen und baulichen Aufwertung des Gebietes“ erarbeiten soll – und das immer in enger Abstimmung mit der Bevölkerung.
Der am Donnerstag öffentlich tagende Stadtentwicklungs- und Umweltschutzausschuss kann die Einrichtung des Sanierungsbeirates nur empfehlen oder eben nicht empfehlen; entscheiden muss darüber der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 23. Juni. Dieser tagt dann allerdings – wie immer – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
