Hildesheim - Immer wenn ich dieser Tage an all den schönen Tankstellen in Hildesheim und Umgebung vorbeikomme, frage ich mich, was wohl die Chefs der Mineralölkonzerne gerade machen. Also innerhalb ihrer Arbeitszeit, versteht sich. Denn nach Feierabend feiern die Herren sicher das ganze Geld, das ihnen der Irankrieg in die Kassen spült. Los, Kaviar her! Champagner! Seit geraumer Zeit drücken die Chefs der Ölmultis ja jeden Mittag kurz vorm Gang in die Betriebskantine aufs Knöpfchen, damit der Liter Sprit in Deutschland bald so viel kostet wie die Pulle Schampus. Unsere Bundesregierung hat das so gewollt mit dem Mittagshoch – wenn schon die Kundschaft nach allen Regeln der Kunst verklappst wird, dann reicht das einmal am Tag! Allein: Wirtschaftsforscher haben rausgefunden, dass die Rechnung der Politik nicht aufgeht. Im Gegenteil. Seit die neue Regel gilt, langen die Konzerne erst richtig hin, angeblich, um sich durch höhere Margen gegen Risiken zu wappnen.
Ob Friedrich Merz nun alles rückgängig macht?
„Oh, funktioniert nicht, na dann nehmen wir das zurück“, könnte der Herr Merz ja jetzt sagen. Wird aber nicht passieren. Stattdessen verzichtet der Bund ab Freitag auf 17 Cent Steuern pro Liter Sprit. Dummerweise wissen das auch unsere Freunde in der Ölindustrie. Wie, liebe Leserinnen und Leser, wird sich der Benzin- und Dieselpreis wohl bis zum Freitag entwickeln, hm? Ich wage die Prognose: nach oben. Wenn es so kommt, landet all die schöne Steuerkohle fast ohne Umweg bei Aral, Shell, TotalEnergies und Esso. Wie gesagt, ich weiß nicht, was deren Chefs so treiben, aber wenn ich an ihrer Stelle wäre, ich würde aus purer Dankbarkeit die Herren Merz und Klingbeil mal nett einladen, und die Frau Reiche sowieso. Kleiner Scherz. Das würden die ja nie im Leben annehmen!
